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13.07.2016

13:48 Uhr

Verkauf von Beteiligungen

Unicredit-Chef macht Tempo

Jean-Pierre Mustier hat innerhalb von 24 Stunden Aktienpakete der italienischen Großbank, der Mutterkonzern der deutschen Hypo-Vereinsbank, für fast 1,1 Milliarden Euro verkauft. Der Schritt kam an der Börse gut an.

Unicredit-Logo am Hauptgebäude der Großbank in Mailand: Der neue Chef Jean-Pierre Mustier baut den Konzern in einem rasanten Tempo um. AFP; Files; Francois Guillot

Unicredit

Unicredit-Logo am Hauptgebäude der Großbank in Mailand: Der neue Chef Jean-Pierre Mustier baut den Konzern in einem rasanten Tempo um.

MailandDer neue Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier drückt bei der Aufstockung der Kapitaldecke aufs Tempo. Innerhalb von 24 Stunden verkaufte die Mailänder Großbank Aktienpakete an dem Online-Broker Fineco und an der polnischen Tochter Pekao für fast 1,1 Milliarden Euro. Bei der Pekao Bank gab Unicredit sogar seine Mehrheitsbeteiligung auf und hält nun nur noch 40 Prozent der Anteile. Der Investmentbanker, der sein Amt bei der Mutter der Münchner Hypo-Vereinsbank offiziell erst am Dienstag angetreten hat, bessert mit den beiden Platzierungen den dünnen Kapitalpuffer des Konzerns auf - von 10,5 auf 10,7 Prozent.

Mustier packe die Schwächen der Unicredit umgehend an, „mit mutigen und schnellen Entscheidungen zu den Vermögenswerten im Portfolio“, lobten die Analysten der Bank ICBPI. Auch an der Börse kam der Schritt gut an. Am Dienstag war die stark gebeutelte Unicredit-Aktie um 13,5 Prozent nach oben geschossen, am Mittwoch legte sie anfänglich um weitere 4,5 Prozent zu.

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Allein der Verkauf von zehn Prozent an Pekao brachte 749 Millionen Euro ein. Er weckt in Polen Hoffnungen, dass der Anteil von 60 Prozent, den ausländische Bank-Konzerne am Finanzsystem des Landes halten, sinken könnte. Allerdings gingen die Aktien überwiegend an Investoren außerhalb Polens. In Finanzkreisen hieß es, Unicredit werde die Beteiligung noch bis auf 33 Prozent reduzieren.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

Der stellvertretende Ministerpräsident Mateusz Morawiecki sagte, seine Partei werde versuchen, den Anteil polnischer Unternehmen am Bankensektor zu erhöhen: „Wenn eine solche Chance kommt, werden wir das mit besonderem Interesse beobachten und nichts ausschließen“, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur PAP. Der staatliche Versicherer PZU hat bereits Interesse an polnischen Banken angemeldet.

Von

rtr

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