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07.08.2013

16:49 Uhr

Verkleinerung beschlossen

Commerzbank streitet um Vorstände

Bei der Commerzbank sollen nach dem Willen von Vorstandschef Martin Blessing zwei Vorstandsmitglieder das Feld räumen. Der Aufsichtsrat hat in seiner heutigen Sitzung darüber nur einen Grundsatzbeschluss gefasst.

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Weiter so, Martin Blessing!

Handelsblatt in 99 Sekunden: Weiter so, Martin Blessing!

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BerlinDer Plan von Commerzbank-Chef Martin Blessing, zwei Vorstände abzuberufen und die Führungsstruktur der mit Schwierigkeiten kämpfenden Bank zu straffen, gerät ins Stocken. Das Kontrollgremium hat heute lediglich eine Grundsatzentscheidung getroffen, dass zwei Vorstände gehen sollen. Konkrete Personalentscheidungen wurden heute noch nicht gefasst, „um nach eingehenden Beratungen und nach Auslotung von Möglichkeiten für eine einvernehmliche Lösung mit den betroffenen Vorstandsmitgliedern darüber zu entscheiden“, teilte die Bank nach dem Treffen mit. Angeblich gibt es vor allem noch arbeitsrechtliche Probleme, weil Blessing die Ablösung von zwei Vorständen kurzfristig verlangt hatte.

Das Handelsblatt hatte berichtet, die für die Abwicklungssparte NCA zuständigen Manager Jochen Klösges und Ulrich Siebe sollten das Haus verlassen. Vor allem Siebers Abberufung gilt als umstritten, da er auch Arbeitsdirektor ist. Der Gesamtbetriebsratschef der Commerzbank, Uwe Tschäge, hatte gegenüber dem Handelsblatt die Kommunikationspolitik bei der Entscheidung kritisiert: „Das ist nicht mit uns beraten worden“, sagte Tschäge, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Instituts ist.

Einnahmen im Investment-Banking in Deutschland (Q1 2013)

Platz 10

Auf dem zehnten Platz liegt Citi mit einem Volumen von 11,0 Millionen US-Dollar. Damit sinkt die Bank im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz.

Platz 9

Mit 11,4 Millionen US-Dollar steigt die Bank of America von Platz 12 in die Top Ten der führenden Banken auf.

Platz 8

Das Volumen der RBS beträgt in ersten Quartal 2013 in Deutschland 12,3 Millionen US-Dollar. Damit fällt die Bank vom sechsten auf den achten Platz.

Platz 7

Vom neunten auf den siebten Platz steigt die BNP Paribas mit einem Volumen von 19,3 Millionen US-Dollar auf.

Platz 6

Das Volumen von HSBC liegt bei 22,4 Millionen US-Dollar. Damit sinkt die Bank im Vergleich zum Vorjahr vom fünften auf den sechsten Platz.

Platz 5

Goldman Sachs steigt mit einem Volumen von 23,2 Millionen US-Dollar vom achten auf den fünften Platz auf.

Platz 4

Die Commerzbank bleibt im Vergleich zum Vorjahr auf dem vierten Platz mit einem Volumen von 23,6 Millionen US-Dollar.

Platz 3

Mit 26,5 Millionen US-Dollar sinkt JP Morgan von dem zweiten Platz im Vorjahr auf den dritten Platz.

Platz 2

Unicredit steigt mit einem Volumen von 29,7 Millionen US-Dollar vom siebten Platz auf den zweiten Platz im ersten Quartal 2013.

Platz 1

Mit einem Volumen von 72,9 Millionen US-Dollar bleibt die Deutsche Bank im Vergleich zum Vorjahr auf dem ersten Rang.

Quelle: Thomson Reuters, Freeman, Stand 19.3.2013

Im Kontrollgremium gibt es Bedenken, was geschieht, wenn sich die beiden Manager gegen ihre Demission vor Gericht zur Wehr setzen sollten. Rein rechtlich steht die Abberufung auf wackeligen Beinen. Vorstände können laut Aktiengesetz nur aus „wichtigem Grund“ vorzeitig aus ihrem Dienstvertrag entlassen werden. Im Gesetz erwähnt sind Gründe wie grobe Pflichtverletzung, Unfähigkeit zur ordnungsmäßigen Geschäftsführung oder Vertrauensentzug durch die Hauptversammlung.

Doch niemand wirft Sieber und Klösges etwas Derartiges vor. Die Bank begründet ihren Schritt vielmehr organisatorisch. Sie sagt, dass die Abwicklung der Altlasten schneller Fortschritte macht als erwartet - und argumentiert damit, dass sie die Aufgaben umorganisieren will.

Blessing will nicht nur im Vorstand umbauen. Im Intranet der Bank erläuterte er seine Pläne ausführlicher: „Ziel ist es, Bürokratie weiter abzubauen, Entscheidungen schneller zu treffen und insgesamt als Commerzbank wieder agiler zu werden. Derzeit haben wir 55 Führungskräfte auf der ersten Ebene. Diese Zahl werden wir um rund 20 Prozent reduzieren. Auch die zweite Führungsebene werden wir verkleinern, da wir hier ebenfalls Überkapazitäten haben.“ Bis Jahresende solle der Abbau durch sein.

Die Commerzbank wird für das zweite Quartal am Mittwochabend oder Donnerstagmorgen voraussichtlich einen schweren Gewinneinbruch melden. Den Ergebnissen einer Umfrage unter fünf Analysten zufolge wird der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um 91 Prozent auf 24 Millionen Euro schrumpfen. Hauptgrund für die schwache Gewinnentwicklung ist die voraussichtlich erheblich ausgeweitete Risikovorsorge im Kreditgeschäft. Laut den befragten Analysten wird sie um 26 Prozent höher liegen und 511 Millionen Euro erreichen.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

07.08.2013, 14:13 Uhr

"Der Zwist hat demnach große Dimensionen, denn sowohl Aufsichtsratschef Chef Klaus-Peter Müller als auch Blessing sollen ihren Verbleib bei der Bank an die Entscheidung geknüpft haben."

Schneller und günstiger bekommt man die beiden Hampelmänner Blessing und Müller doch gar nicht raus

surveyor

07.08.2013, 14:16 Uhr

Blessing's Vater würde sich im Grabe drehen, wenn er wüsste, was sein 'Sohn' da bei der Commerzbank angerichtet hat:

-- Kauf der Dresdner- 'Badbank' von der Allianz, ohne Sinn und Verstand
-- Belastung der bereits im Aufschwung befindlichen COBA durch noch beschleunigten Erwerb dieser BadBank
-- Hilfloses Taktieren bei der Fusion dieses sinnlosen Konglomerats

Der Mann muß rasch in Rente geschickt werden, ehe er noch mehr Unheil anrichtet....

Commerz_Bang

07.08.2013, 14:34 Uhr

Blessing und sein jahrzehtelanger Gönner und Stangenhalter Müller sollten wegen des Verdachtes auf Untreue(fortgesetze Vernichtung von Firmen- und Aktionärsvermögen)gleich selber gehen.

Das hätte den größtmöglichen positiven Effekt in jeder Hinsicht.

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