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14.10.2013

12:43 Uhr

Verlustgeschäft

HSH verkauft Immobiliensparte für einen Euro

Einem Medienbericht zufolge hat die HSH Nordbank ein stattliches Verlustgeschäft gemacht: Für den symbolischen Preis von einem Euro hat die HSH Real Estate den Besitzer gewechselt – obwohl diese Milliarden verwaltet.

Zentrale der HSH in Kiel: Die Landesbank hat für die Immobiliensparte nur einen symbolischen Kaufpreis bekommen. dpa

Zentrale der HSH in Kiel: Die Landesbank hat für die Immobiliensparte nur einen symbolischen Kaufpreis bekommen.

HamburgDie HSH Nordbank hat einen Käufer für das verbliebene Geschäft mit Immobilienfonds gefunden. Die Tochter HSH Real Estate mit einem verwalteten Fondsvermögen von etwa zwei Milliarden Euro und Immobilienbeständen im Wert von rund 320 Millionen Euro werde vom Management übernommen, sagte ein Banksprecher am Montag in Hamburg. Zum Preis machte die Bank keine Angaben. Unklar ist, wie viel Schulden auf den Immobilienbeständen liegen.

Die EU hatte der HSH Nordbank vor einigen Jahren im Gegenzug für staatliche Milliardenhilfen zur Auflage gemacht, sich von Beteiligungen zu trennen und Geschäftsfelder zu verkleinern. Vor allem die Immobiliensparte wurde daraufhin zerlegt. Das Fondsgeschäft geht nun an den bisherigen Geschäftsführer Lutz von Stryk. Das verkleinerte Immobilienfinanzierungsgeschäft in Deutschland betreibt die HSH weiter.

Nach NDR-Informationen, jedoch ohne eine Quelle zu nennen, ist die HSH Real Estate GmbH im August 2013 für lediglich einen Euro veräußert worden. Dies berichtete NDR Info. Zu der Frage, weshalb lediglich ein symbolischer Kaufpreis vereinbart wurde, hätten sich weder die HSH-Geschäftsführung noch der Eigner der jetzigen HGA Real Estate äußern wollen. Ein Sprecher der HSH Nordbank lehnte auf Anfrage der dpa eine Stellungnahme ab. Vertreter der Hamburger FDP und der Partei Die Linke kritisieren das Geschäft laut NDR als nicht nachvollziehbar.

Größte Landesbanken nach Bilanzsumme

Platz 8

SaarLB - Bilanzsumme: 19,63 Milliarden Euro

Quelle: Geschäftsberichte der Landesbanken 2011, VÖB

Platz 7

Bremer Landesbank - Bilanzsumme: 34,86 Milliarden Euro

Platz 6

Landesbank Berlin - Bilanzsumme: 94,70 Milliarden Euro

Platz 5

HSH Nordbank - Bilanzsumme: 135,90 Milliarden Euro

Platz 4

Helaba - Bilanzsumme: 166,50 Milliarden Euro

Platz 3

NordLB - Bilanzsumme: 227,60 Milliarden Euro

Platz 2

BayernLB - Bilanzsumme: 309,10 Milliarden Euro

Platz 1

LBBW - Bilanzsumme: 373,10 Milliarden Euro

Auf Nachfrage von NDR Info teilte die HSH Nordbank mit, dass sie bei dem Geschäft keine Risiken aus der HSH Real Estate übernommen hat. Zu der Höhe des Verkaufspreises sowie zu weiteren Vertragsinhalten wollte sich die Bank mit Verweis auf eine „vertraglich vereinbarte Verschwiegenheit“ nicht äußern. Auch die HGA-Geschäftsführung wollte den Vorgang nicht kommentieren.

Bereits in den vergangenen Jahren waren einzelne Teile der HSH-Immobiliensparte verkauft worden. Die angeschlagene Bank, die zu 85 Prozent den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gehört, erfüllt damit EU-Auflagen, die im Zuge der Beihilfevereinbarung beschlossen worden waren. Diese sehen unter anderem eine erhebliche Verkleinerung des HSH-Geschäftsbereichs vor – womöglich buchstäblich zu jedem Preis.

Von

dpa

Kommentare (5)

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X-Ray

14.10.2013, 11:11 Uhr

Die HSH mit ihrem desaströsen Geschäftsmodel (insb. Schiffsfinanzierung) gehört abgewickelt oder zumindest zu einer Norddeutschen Sparkasse geschrumpft.

Account gelöscht!

14.10.2013, 14:25 Uhr

'Teile und Herrsche'

Mir scheint, die Hauptagenda der EU zielt darauf ab, missliebige Deutsche Konkurrenz zur Bedeutungslosigkeit kleinzuschrumpfen.

Nonnenmacher

14.10.2013, 20:42 Uhr

Ich glaube eher da hat eine dem Vorstand nahestehende Person ein Schnäppchen gemacht

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