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12.05.2011

09:43 Uhr

Vermögensverwalter

Julius Bär bleibt auf Wachstumskurs

So sehen Quartalsbilanzen bei traditionellen Vermögensverwaltern typischerweise aus: Nicht spektakulär, aber solide. Julius Bär hat im ersten Quartal vor allem von den Wachstumsmärkten Asien und Osteuropa profitiert.

Der Firmensitz von Julius Bär in Zürich. Quelle: ap

Der Firmensitz von Julius Bär in Zürich.

ZürichDer Schweizer Vermögensverwalter Julius Bär hat dieses Jahr bei reichen Kunden erneut Milliardenbeträge einsammeln können und seine Ertragslage leicht verbessert. Die verwalteten Vermögen stiegen in den ersten vier Monaten 2011 um zwei Prozent auf 173 Milliarden Franken (137 Milliarden Euro). Der Zufluss von neuem Geld lag damit "deutlich innerhalb" des mittelfristigen Zielbereiches von vier bis sechs Prozent, wie Bär am Donnerstag weiter mitteilte. Genauere Angaben machte die Bank in ihrem Zwischenbericht nicht. Der schwache Dollar wirkte sich rechnerisch negativ auf die verwalteten Vermögen aus.

Neue Kunden konnte die Bank, die sich erst kürzlich bei einem brasilianischen Vermögensverwalter einkaufte, vor allem in Wachstumsmärkten wie Fernost und Osteuropa gewinnen. Starke Zuflüsse verbuchte Bär auch in Deutschland. Dort sind die Schweizer mit Niederlassungen vor Ort vertreten, haben aber noch nicht die Volumen, um die Kosten zu decken. Auch wenn im Januar 13 neue von Unicredit kommende Kundenberater eingestellt wurden, dürfte es noch einige Jahre dauern bis schwarze Zahlen geschrieben werden. Erst kürzlich musste sich die Bank mit einer Busgeldzahlung von 50 Millionen Euro aus einem Verfahren wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung freikaufen.

Trotz der Buse, die im April überwiesen und unter dem Posten Rückstellungen und Verluste verbucht worden sei, verbesserte sich das Kosten-Ertrags-Verhältnis und lag leicht unter den 67,7 Prozent des zweiten Halbjahres. Der starke Franken schmerzt aber auch hier, da anteilsmäßig mehr Kosten als Einnahmen in Franken anfallen. Die Währungslage erfordere weitere Kostensenkungen, die zum Teil dann im zweiten Halbjahr wirksam werden sollen.

Mit einer Kapitalquote von rund 22 Prozent kann Bär Gelder an die Aktionäre zurückgeben. Ein bereits angekündigtes Aktienrückkaufprogramm von bis zu 500 Millionen Franken soll am 23. Mai in Gang gesetzt werden. Auch wenn Kapital zurückgezahlt werden soll, fühlt sich die Bank stark genug für Übernahmen. Interesse signalisierte Bär kürzlich an einer Akquisition in Indien. In Italien wurden entsprechende Verhandlungen geführt, die aber nicht in einem Abschluss mündeten. Bär sei sich bewusst, dass Wachstum von außerhalb der Schweiz kommen müsse, sagte die Vontobel-Analystin Teresa Nielsen. Wirklich wachsen könne die Bank nur außerhalb Westeuropas wie etwa in Russland oder Asien. Händler bezeichneten den Zwischenbericht als im Rahmen der Erwartungen liegend. Positiv sei, dass Bär die Kosten habe etwas senken können.

Von

rtr

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