Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.11.2015

13:39 Uhr

Vermögensverwalter

Julius Bär hinkt Wachstumsziel hinterher

Der Absturz der Aktienbörsen in China und in anderen Ländern belastet das Geschäft des Vermögensverwalters Julius Bär. Doch trotz des schwierigen Umfelds gibt es auch Lichtblicke.

Rund die Hälfte der verwalteten Vermögen des Schweizer Vermögensverwalters stammt von Kunden aus Schwellenländern. AFP

Zentrale von Julius Bär

Rund die Hälfte der verwalteten Vermögen des Schweizer Vermögensverwalters stammt von Kunden aus Schwellenländern.

ZürichDie Krise in den Schwellenländern macht der Schweizer Privatbank Julius Bär zu schaffen. Das Neugeldwachstum sank in den ersten zehn Monaten 2015 unter das mittelfristige Zielband von vier bis sechs Prozent der verwalteten Vermögen, wie das Institut am Dienstag bekanntgab, ohne allerdings genaue Zahlen zu nennen.

Der Neugeldzufluss aus Lateinamerika und Osteuropa sei ins Stocken geraten. Zudem litt Bär darunter, dass Kunden in Frankreich und Italien in Zusammenhang mit der Aufweichung des Bankgeheimnisses Mittel abziehen. Die Anleger reagierten verschnupft, die Aktie sackte um 3,3 Prozent ab.

Steuerhinterziehung: Razzia bei deutschen Kunden von Luxemburger Sparkasse

Steuerhinterziehung

Razzia bei deutschen Kunden von Luxemburger Sparkasse

Der Vorwurf: Steuerhinterziehung. Die Ausmaße: Gigantisch. Über 50.000 deutsche Kunden der Luxemburger Sparkasse sollen den Fiskus betrogen haben. Derzeit werden bundesweit die Häuser vermögender Kunden durchsucht.

Dank der Übernahme des Vermögensverwaltungsgeschäfts von Merrill Lynch in Indien und der Leumi Private Bank kletterten die verwalteten Vermögen dennoch auf den Rekordstand von 297 Milliarden Franken. Rund die Hälfte der verwalteten Vermögen betreut Bär von Kunden aus Schwellenländern.

Wie beim Branchenführer UBS macht auch Bär der Absturz der Börsen in China und anderen Ländern zu schaffen. Die verunsicherten Anleger halten still statt Aktien zu handeln, den Banken spülte das in den ohnehin ruhigen Sommermonaten weniger Gebühreneinnahmen in die Kassen.

Auch bei Bär verschlechterten sich die Erträge gemessen an den verwalteten Vermögen. Dank Sparmaßnahmen konnte das Zürcher Institut die Vorsteuer-Gewinnmarge aber auf Zielkurs halten.

Barclays, Credit Suisse, Deutsche Bank: Das große Streichkonzert hat begonnen

Barclays, Credit Suisse, Deutsche Bank

Das große Streichkonzert hat begonnen

Der heute verkündete Stellenabbau bei der britischen Bank Standard Chartered ist nur die Spitze des Eisbergs. Immer mehr Institute greifen zu drastischen Maßnahmen, um die Erträge auf Kurs zu bringen. Ein Überblick.

Trotz des schwierigen Umfeldes peilt Bär weitere Zukäufe an. Die 20-Prozent-Beteiligung am italienischen Vermögensverwalter Kairos wollen die Schweizer auf eine Mehrheit aufstocken. Bär habe entsprechende Verhandlungen mit den Partnern aufgenommen.

In einem zweiten Schritt soll dann ein Minderheitsanteil an die italienische Börse gebracht werden. Damit würde Bär wieder mehr Geld für weitere Zukäufe zur Verfügung stehen. „Als einer der größten reinen Vermögensverwalter ist Bär gut positioniert, bei der Konsolidierung des globalen Wealth Managements eine aktive Rolle zu spielen", erklärte Michael Kunz, Analyst der Zürcher Kantonalbank. Dies gelte etwa für Asien, wo kleinere Konkurrenten angesichts fehlender Volumen mittelfristig das Handtuch werfen dürften, so der Analyst.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×