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27.07.2016

12:47 Uhr

Vermögensverwalter

Unicredit begräbt Fusionspläne für Pioneer

Die italienische Großbank besiegelt das Aus für den Zusammenschluss ihrer Fondsgesellschaft Pioneer mit der spanischen Santander Asset Management. Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier prüft jetzt alternativ einen Börsengang.

Der neue Bankchef Jean-Pierre Mustier arbeitet fieberhaft daran, die dünne Kapitaldecke aufzupolstern. AFP; Files; Francois Guillot

Unicredit-Logo an der Mailänder Zentrale

Der neue Bankchef Jean-Pierre Mustier arbeitet fieberhaft daran, die dünne Kapitaldecke aufzupolstern.

Frankfurt/MailandDas Aus hatte sich angebahnt, jetzt ist es amtlich. Die beiden Vermögensverwaltungsgesellschaften Pioneer und Santander Asset Management werden nicht fusioniert. Man habe in einer vertretbaren Zeit keine machbare Lösung für den Zusammenschluss der gefunden, die den Aufsichtsbehörden genehm gewesen wäre, sagte der neue Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier. Deshalb seien die Gespräche beendet worden. Das fusionierte Unternehmen wäre mit einem verwalteten Vermögen von rund 400 Milliarden Euro einer der zehn größten Fondsanbieter Europas geworden.

Unicredit prüfe nun Alternativen wie einen Börsengang für Pioneer, hieß es weiter. Darin war vor zehn Jahren auch die HVB-Fondsgesellschaft Activest aufgegangen.

Die Absage hatte sich angesichts der regulatorischen Hürden seit Monaten abgezeichnet. Doch erst der neue Vorstandschef Mustier zog endgültig die Reißleine. Der Franzose arbeitet seit seinem Amtsantritt vor zwei Wochen fieberhaft daran, die dünne Kapitaldecke der größten italienischen Bank aufzupolstern.

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Unicredit will aufstocken. Kostenpunkt: fünf Milliarden Euo. Der neue Chef, Mustier aus Frankreich, setzt außerdem Kreisen zufolge möglicherweise auf eine Trennung von der Bank Pekao.

Dass er das Kapitalproblem schnell angehen will, hatte der 55-Jährige bereits gezeigt. Mit dem Verkauf von jeweils zehn Prozent an der zweitgrößten polnischen Bank Pekao und am italienischen Online-Broker Finecobank hatte die Mutter der Münchener Hypo-Vereinsbank binnen 24 Stunden mehr als eine Milliarde Euro erlöst und die harte Kernkapitalquote leicht auf 10,7 Prozent aufgebessert.

Das liegt aber noch immer nur 0,7 Prozentpunkte über der Mindestanforderung der Bankenaufseher für den italienischen Branchenprimus. Italiens Banken sitzen auf einem Berg fauler Kredite und stehen deshalb beim Stresstest im Fokus. Experten erwarten nun eine milliardenschwere Kapitalerhöhung.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg erwägt Mustier, fünf Milliarden Euro bei den Aktionären einzusammeln. Das drückte den Kurs der Unicredit-Aktie am Mittwoch um 3,5 Prozent in die Tiefe.

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Die spanische Bank Santander hat einen Gewinnrückgang um fast die Hälfte vermeldet. Sonderlasten bremsten die Bank aus. An der Börse in Madrid legte die Aktie des Geldhauses dennoch um drei Prozent zu.

Dem Bericht zufolge überlegt Mustier zudem, sich ganz aus Polen zurückzuziehen. Pekao-Aktien gaben um 4,6 Prozent nach. Mustier will laut Bloomberg auch einen Großteil der faulen Kredite in Italien verkaufen. Definitive Entscheidungen gebe es aber nicht. Die Bank wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Von

rtr

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