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05.12.2013

08:11 Uhr

Vermögensverwaltung

Credit Suisse bläst zum Rückzug

Die Credit Suisse war durch von Behörden aufgekaufte Daten-CDs unter Druck geraten. Die Schweizer Großbank hat nun die Lust an der Vermögensverwaltung in Deutschland verloren. Doch nicht alle Kunden gibt die Bank weiter.

Credit Suisse in Zürich: In Deutschland bleibt die Bank zwar aktiv, verkauft aber die Vermögensverwaltung. Reuters

Credit Suisse in Zürich: In Deutschland bleibt die Bank zwar aktiv, verkauft aber die Vermögensverwaltung.

ZürichCredit Suisse verkauft ihr Privatkundengeschäft in Deutschland an die Frankfurter Bethmann Bank. Durch die Zusammenführung der beiden Geschäfte entstehe der drittgrößte Private Banking-Anbieter in Deutschland, teilte die Schweizer Großbank am Donnerstag mit. Die Transaktion solle im Laufe des Jahres 2014 abgeschlossen werden. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Bethmann ist Teil des niederländischen Bankkonzerns ABN Amro. Credit Suisse will sich in Deutschland aber weiter um sehr vermögende Kunden kümmern.

Kunden der Credit Suisse standen in den vergangenen Jahren im Fokus deutscher Steuerermittler. Drei Steuer-CDs mit Daten der Bank und des Konkurrenten Julius Bär hatten Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gemeinsam mit dem Bund gekauft. Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern stellte danach in die Höhe. Die Credit Suisse erreichte die Einstellung eines Verfahrens gegen die Bank in Nordrhein-Westfalen nur gegen eine Geldbuße von 150 Millionen Euro.

Größte Vermögensverwalter 2012

Platz 1

Bank of America (USA)

1800 Milliarden Dollar

Quelle der Angaben: PAM Insight Wealth Ranking

Platz 1

Morgan Stanley (USA)

1800 Milliarden Dollar

Platz 3

UBS (Schweiz)

1747 Milliarden Dollar

Platz 4

Wells Fargo (USA)

1200 Milliarden Dollar

Platz 5

Credit Suisse (Schweiz)

862 Milliarden Dollar

Platz 6

Royal Bank of Canada (Kanada)

647 Milliarden Dollar

Platz 7

HSBC (Großbritannien)

398 Milliarden Dollar

Platz 8

Deutsche Bank (Deutschland)

387 Milliarden Dollar

Platz 9

Raymond James Financial (USA)

398 Milliarden Dollar

Platz 10

BNP Paribas (Frankreich)

349 Milliarden Dollar

Der Verkauf des Privatkundengeschäfts ist Teil der Konzernstrategie, sich auf extrem reiche Kunden zu fokussieren. Die Bethmann Bank übernimmt alle 9000 Privatkunden, die von der Credit Suisse in Deutschland betreut werden und ein Vermögen von insgesamt 10 Milliarden Euro haben. Die Kundenzahl der Bethmann Bank steige auf 20.000 und das verwaltete Vermögen auf 34 Milliarden Euro, hieß es in einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Im Juni war bekannt geworden, dass Credit Suisse den Verkauf von Teilen des Vermögensverwaltungsgeschäfts in Deutschland prüfe. Die Profitabilität des Private Bankings in verschiedenen europäischen Ländern solle verbessert werden, hatte eine mit der Situation vertraute Person erklärt. Eine Option sei der Ausstieg aus gewissen Geschäften. Zudem wolle sich die Bank in der Vermögensverwaltung außerhalb der Schweiz auf die Superreichen konzentrieren. Deutschland ist der größte Vermögensverwaltungsmarkt in Europa. Angesichts des scharfen Preisdrucks arbeitet in Deutschland aber kaum ein Schweizer Anbieter mit Gewinn.

Die Schweizer hatten vor allem wegen eines schwachen Geschäfts mit Anleihen im dritten Quartal operativ weniger verdient. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern fiel um rund ein Fünftel auf 930 Millionen Schweizer Franken (756 Millionen Euro). Auch angesichts dieser Entwicklung treibt das Institut seinen Umbau voran: Vor allem dem schwankungsanfälligen Investmentbanking geht es an den Kragen.

Kommentare (1)

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LouisA

05.12.2013, 11:00 Uhr

Schöner Erfolg unserer linkischen Hetzjagd:
Wir ernten die Brosamen.

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