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03.04.2012

11:23 Uhr

Vermögensverwaltung

Deutsche Bank könnte Sorgenkind bald loswerden

Die Deutsche Bank ist beim Verkauf großer Teile ihrer Vermögensverwaltung Verhandlungskreisen zufolge auf der Zielgeraden. Offen sind derzeit noch ein paar Details.

Schriftzug vor dem Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. dpa

Schriftzug vor dem Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.

Frankfurt/New YorkDie exklusiven Gespräche mit dem US-Investor Guggenheim Partners stünden kurz vor dem Abschluss, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. „Es geht noch um letzte technische Details bei der Herauslösung des Geschäfts aus dem Konzern“, sagte einer der Insider. Zudem werde noch an der Finanzierung gebastelt, sagte eine weitere Person mit Kenntnissen von den Gesprächen. Guggenheim wolle das gesamte Paket mit einem verwalteten Vermögen von 400 Milliarden Euro und rund 1500 Mitarbeitern übernehmen. Der Preis werde eher am unteren Ende der zuletzt genannten Spanne von 1,5 bis zwei Milliarden Euro liegen. Zudem sei eine Absicherungsklausel im Gespräch: Wenn das Geschäft über die Zeit nicht die erwarteten Erträge abwerfe, müsse die Deutsche Bank einen Ausgleich an Guggenheim leisten.

Es gebe gute Chancen, Mitte bis Ende April eine Einigung bekanntzugeben. Bankchef Josef Ackermann übergibt auf der Hauptversammlung am 31. Mai das Ruder an das neue Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen. „Das Thema soll bis dahin durch sein“, hieß es in Bankkreisen. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich zu Details am Dienstag nicht äußern, sondern betonte nur: „Wir sind auf gutem Wege.“ Deutschlands größtes Geldhaus hatte Ende Februar bekanntgegeben, nur noch mit Guggenheim zu verhandeln. Zum Verkauf stehen die Vermögensverwaltung für Versicherungen (Deutsche Insurance Asset Management) und andere institutionelle Kunden (DB Advisors) sowie die Immobilien- und Infrastrukturfondssparte RREEF.

Auch das US-Geschäft der Publikumsfondsgesellschaft DWS, das nie so richtig in Schwung gekommen ist, soll den Besitzer wechseln, nicht aber die DWS in Europa und Asien.

Die Vermögensverwaltung ist das Sorgenkind im Konzern, da sie trotz mehrerer Umbaumaßnahmen nicht die gewünschten Erträge abwirft. Ihr Chef Kevin Parker wird mit Antritt der neuen Deutsche-Bank-Führungsriege im Juni abtreten, das steht bereits fest. Aus Verhandlungskreisen verlautete nun, Parker habe den Deal mit Guggenheim maßgeblich mit ausgehandelt. Er hoffe, in führender Funktion beim Käufer unterzukommen.

Von

rtr

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