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10.06.2013

15:20 Uhr

Vermögensverwaltung

Deutsche Bank sieht sich beim Umbau auf Kurs

Die Vermögensverwaltung der Deutschen Bank ist derzeit eine Großbaustelle. Doch scheinbar läuft alles nach Plan, die Gewinnziele können wohl erreicht werden. Doch die gute Stimmung wird vom Stellenabbau getrübt.

Der Stellenabbau bei der Deutschen Bank belastet das Klima im Unternehmen deutlich. Reuters

Der Stellenabbau bei der Deutschen Bank belastet das Klima im Unternehmen deutlich.

FrankfurtDie Deutsche Bank sieht sich mit mit dem Umbau der Vermögensverwaltung auf gutem Weg für ihr Gewinnziel 2015. „Nach einem Jahr im Amt bin ich immer zuversichtlicher, dass wir unser Ziel erreichen oder sogar übertreffen werden“, sagte der Chef der neu geschaffenen Konzernsparte Asset and Wealth Management (AWM), Michele Faissola, am Montag in Frankfurt. Um die in Aussicht gestellten 1,7 Milliarden Euro Vorsteuergewinn zu schaffen, müssten aber alle Bereiche noch ordentlich zulegen. Angepeilt werde für AWM eine Kostenquote von etwa 65 Prozent, zuletzt waren es 80 Prozent - überdurchschnittlich viel für die Branche.

AWM wird unter Faissola komplett neu aufgestellt: Die jahrelang ertragsschwache Sparte umfasst nun aktiv gemanagte Fonds der Publikumsgesellschaft DWS gleichermaßen wie passive Produkte (ETFs) und bedient die gesamte Kundenpalette vom Kleinsparer über die vermögenden Privatkunden bis hin zu Profi-Anlegern wie Versicherern und Pensionskassen. Doch die Umbauarbeiten verschlingen zunächst einmal viel Geld. 2012 lugte AWM - die Sparte verwaltet Kundengelder von knapp einer Billion Euro - beim Gewinn gerade so über die Nulllinie. Das war auch dem Stellenabbau geschuldet: Seit dem vergangenen Frühjahr wurden von den damals rund 7300 Vollzeit-Jobs in AWM rund 900 gestrichen. Weitere 330 Stellen werden bis Ende 2014 bei der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim wegfallen. Damit ist die Sparte neben dem Investmentbanking mit am härtesten vom Sparkurs der Deutschen Bank getroffen.

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Das Thema Stellenabbau sei nun aber im Großen und Ganzen erledigt, betonte Faissola. Doppelfunktionen mussten aufgelöst und die Infrastruktur vereinfacht werden. „Das ist immer der schwierigste Teil. Aber weitere größere Einschnitte wird es absehbar nicht geben.“ Jetzt gehe es darum, die Synergien zu heben und das Geschäft anzukurbeln. „Wir haben ein sehr herausforderndes Marktumfeld und stehen noch ganz am Anfang unserer Reise.“

Als aktiver Treiber der erwarteten Branchenkonsolidierung in der Vermögensverwaltung sieht sich die Deutsche Bank nach den Worten von Faissola kurzfristig nicht. AWM werde nach der Neuaufstellung aber zu den Gewinnern gehören - „weil nur die Stärksten überleben“.

Von

rtr

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