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13.08.2012

12:04 Uhr

Vermögensverwaltung

Julius Bär greift bei Bank of America zu

Julius Bär übernimmt das Auslandsgeschäft der Vermögensverwaltung der Bank of America. Mehr als 700 Millionen Euro kostet der Deal, der das verwaltete Vermögen des Hauses fast verdoppelt.

Julies Bär verdoppelt sein verwaltetes Vermögen annähernd. Reuters

Julies Bär verdoppelt sein verwaltetes Vermögen annähernd.

ZürichDie Schweizer Privatbank Julius Bär setzt auf Wachstum und übernimmt von der Bank-of-America-Tochter Merrill Lynch das Geschäft mit der Vermögensverwaltung außerhalb der USA. Der Kaufpreis entspricht mit 860 Millionen Franken (716 Millionen Euro) 1,2 Prozent der transferierten Vermögen von voraussichtlich 57 bis zu 72 Milliarden Franken, teilten die Schweizer am Montag mit.

Am Aktienmarkt schien die Übernahme zunächst nicht gut anzukommen. Der Preis für eine Julius-Bär-Aktie ging an der Börse in Zürich zeitweise um mehr als drei Prozent zurück. Der Kaufpreis sei zwar als günstig beurteilt worden, hieß bei der Schweizerischen Depeschenagentur SDA. Er werde aber auch als Hinweis darauf verstanden, „dass die Rentabilität der übernommenen Geschäftsaktivitäten geringer als erwartet sein könnte“.

Zudem rechnet Julius Bär mit weiteren Kosten von rund 400 Millionen Franken. Die Bank will die Übernahme zum Teil über eine Kapitalerhöhung finanzieren. Der Kauf des „International Wealth Management“-Geschäfts (IWM) von Merrill Lynch erfolge vorbehaltlich der Genehmigung durch die Behörden und Aktionäre, teilte das Geldhaus weiter mit.

Die Übernahme werde die Geschäftsaktivitäten von Julius Bär in Europa sowie in Wachstumsmärkten in Asien, Lateinamerika und dem Mittleren Osten deutlich vergrößern, erklärte Daniel J. Sauter, Verwaltungsratspräsident der Bank. Die Arbeitsweise beider Geldhäuser sei sehr ähnlich. Im Zuge der Integration soll bei den übernommenen Einheiten der Markenname Merrill Lynch verschwinden und durch Julius Bär ersetzt werden.

Bis die Schweizer aus dem Erwerb wirklich Gewinn ziehen, dürfte noch einige Zeit vergehen: Die Transaktion werde voraussichtlich ab dem dritten vollen Jahr nach dem Abschluss positiv zum Ergebnis der Bär-Gruppe beitragen, heißt es in der Mitteilung. IWM verwalte derzeit Vermögen von 84 Milliarden Dollar (68,4 Mrd Euro) und verfüge über mehr als 2000 Mitarbeiter, unter ihnen rund 500 Finanzberater.

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