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12.02.2013

16:24 Uhr

Versäumnisse

UBS erneut zu Bußzahlung verdonnert

Die britische Aufsichtsbehörde FSA hat bei der Großbank UBS erneut schwere Versäumnisse geahndet. Das Schweizer Institut muss 11,11 Millionen Euro zahlen. Grund sind Fehler bei der Vermarktung eines Fonds.

Die UBS muss aufräumen. Reuters

Die UBS muss aufräumen.

London/ZürichWegen Fehlern bei der Vermarktung eines Fonds verdonnerte die FSA das größte Schweizer Finanzinstitut zu einer Geldstrafe von 9,45 Millionen Pfund (11,11 Mio Euro). Die UBS habe die Kunden beim Verkauf des AIG Enhanced Variable Rate Fund unzumutbaren Risiken ausgesetzt und Kundenbeschwerden nicht angemessen behandelt. „Das Verhalten der UBS erfüllte nicht, was ihre Kunden verdienen und die FSA verlangt“, erklärte FSA-Direktorin Tracey McDermott. „Sie versäumte sicherzustellen, dass sie das Produkt versteht, sie versäumte es, es den richtigen Kunden zu empfehlen, und sie versäumte es, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, als in der Finanzkrise die Probleme mit dem Fonds in den Vordergrund rückten.“

Die UBS erklärte, sie sei froh, das Thema abschließen zu können. Weil die Großbank zu einem frühen Zeitpunkt einer Einigung zugestimmt hatte, erließ ihr die FSA 30 Prozent des Bußgeldes.


Der Fall reicht ins vergangene Jahrzehnt zurück. Der FSA zufolge verkaufte die UBS den Fonds zwischen Dezember 2003 and September 2008 an rund zwei Tausend vermögende Privatkunden, die insgesamt 3,5 Milliarden Pfund in das Produkt investierten. Die Bank gab den Kunden an, dass der Fonds in Geldmarkt-Instrumente anlegte. Tatsächlich floss aber ein bedeutender Teil der Mittel in andere Anlagen wie etwa forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset Backed Securities). Während der Finanzkrise fielen gewisse Vermögenswerte in dem Fonds unter den Buchwert. Als Lehman 2008 Konkurs anmeldete und der AIG-Kurs einbrach, versuchten viele Kunden ihr Geld abzuziehen. Dem schob die UBS einen Riegel vor. Zu dem Zeitpunkt hatten 565 Kunden noch 816 Millionen Pfund in dem Fonds.

Erst im Dezember war UBS zu einer Buße von 1,4 Milliarden Franken wegen ihrer Verwicklungen bei der Manipulation des Referenzzinssatzes Libor verurteilt worden. Den Löwenanteil der UBS auferlegten Geldstrafe strichen mit 1,2 Milliarden Franken die Amerikaner ein. Die FSA verhängte eine Geldstrafe von 160 Millionen Pfund. Die Schweizer Aufsicht zog 59 Millionen Franken an unrechtmäßigen Gewinnen ein.

 

Von

rtr

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