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28.08.2011

20:29 Uhr

Verschmelzung

Krise zwingt Griechen-Banken zur Fusion

Zwei der größten griechischen Finanzinstitute sind durch die Euro-Krise in Fusionszwang geraten und müssen ihre Geschäfte bündeln. Die Fusion könnte eine Konsolidierungs-Welle auslösen.

Griechenlands zweitgrößtes Kreditinstitut Eurobank muss wegen der Eurokrise mit Konkurrent Alpha Bank fusionieren. Reuters

Griechenlands zweitgrößtes Kreditinstitut Eurobank muss wegen der Eurokrise mit Konkurrent Alpha Bank fusionieren.

AthenDie Schuldenkrise beschleunigt den Zusammenschluss griechischer Banken. Das zweit- und drittgrößte Finanzinstitut des angeschlagenen Landes - die Alpha Bank und die EFG Eurobank - stehen kurz vor ihrer Verschmelzung, wie aus Bankenkreisen am Wochenende verlautete. Es werde ein Kreditinstitut geformt, das zu den 22 größten Häusern Europas gehöre. Die auf gegenseitigem Einverständnis basierende Fusion solle am Montag auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden. Zuvor stehe ein Treffen der Verwaltungsräte beider Geldhäuser an.

„Die beiden Banken werden bei der Vereinigung ihre Aktien tauschen. Danach folgt eine Bezugsrechtsemission“, verlautete weiter aus den Kreisen. Die Bezugsrechtsemission solle ein Volumen von 1,25 Milliarden Euro haben. Zudem sei eine Wandelanleihe von 500 Millionen Euro geplant. An der Kapitalerhöhung wolle sich das Emirat Katar beteiligen. Die Alpha Bank ist an der Börse mit 1,07 Milliarden Euro bewertet.

Die EFG Eurobank, die beim jüngsten EU-weiten Stresstest durchgefallen war, kommt auf 1,02 Milliarden Euro. Das größte Finanzinstitut des Landes, die National Bank of Greece, hatte im Februar rund drei Milliarden Euro für Alpha geboten, war aber auf Gegenwehr gestoßen. Analysten sehen das Zusammengehen als Türöffner für weitere Fusionen. Die Regierung forciert eine Konsolidierung in der Branche, damit die Finanzinstitute die Schuldenkrise besser bewältigen können.

Die griechischen Banken leiden unter schrumpfenden Kundeneinlagen, Kreditausfällen und dem schlechten Zugang zum Kapitalmarkt. Im Gegenzug für das 110 Milliarden Euro schwere Hilfspaket von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) hat Griechenland unter anderem eine stärkere Überwachung seines Bankensektors zugesichert, einschließlich vierteljährlicher Stresstests.

Am Freitag waren die Aktien griechischer Banken erneut unter Druck geraten. Der Bankenindex schloss mit einem Minus von fünf Prozent. Die Alpha-Anteilsscheine büßten fünf Prozent ein, EFG-Papiere sogar sechs Prozent. Anleger sorgen sich vor dem Anleihentausch, der gestiegenen Risikovorsorge und Liquiditätsengpässen.

Von

rtr

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