Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2011

15:59 Uhr

Versicherer CPIC

Allianz kauft in China zu

VonThomas Schmitt

Die Allianz investiert eine Milliarde Dollar in China Pacific Insurance. Damit halten die Deutschen nun insgesamt 2,8 Prozent aller Aktien der chinesischen Versicherung. Das Investment könnte sich auszahlen: Chinas Versicherungsmarkt wächst derzeit über 20 Prozent pro Jahr.

Allianz-Schriftzug: Der Versicherer verstärkt sein Engagement in China. Quelle: DAPD

Allianz-Schriftzug: Der Versicherer verstärkt sein Engagement in China.

FRANKFURT. Die Allianz will im stark wachsenden Versicherungsmarkt China stärker werden. Deshalb investierte der deutsche Marktführer weitere 850 Millionen Dollar (umgerechnet 658 Millionen Euro) in Aktien von China Pacific Insurance (CIPC). Das Investment beträgt nun insgesamt rund eine Milliarde Dollar, nachdem die Allianz bereits im Dezember 2009 für rund 150 Millionen Dollar an Hongkongs Börse gekauft hatte.

Die Aktien des Konzerns sind in Schanghai, Hongkong, Berlin und an der Wall Street notiert. Von den in Hongkong notierten CIPC-Aktien hält die Allianz nach eigenen Angaben nun 10,4 Prozent. Das entspricht insgesamt einem Anteil von 2,8 Prozent an dem nach China Life und Ping An drittgrößten chinesischen Versicherer.

Das Aktienpaket kam von der Beteiligungsgesellschaft Carlyle. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge bezahlte die Allianz je 31,15 Hongkong-Dollar für 215,8 Millionen Aktien. Zuletzt wurden die Aktien dort mit 33,45 Hongkong-Dollar gehandelt. Das Geschäft wurde offenbar noch 2010 abgeschlossen, da bereits vor Silvester Gerüchte über den Verkauf eines Carlyle-Pakets kursierten. Die Beteiligungsgesellschaft hatte sich zwischen 2005 und 2007 mit gut 800 Millionen Dollar bei CIPC eingekauft und hielt zeitweise rund 15 Prozent an dem Versicherer. Nach dem Verkauf des Pakets an die Allianz dürfte der Anteil auf 12,9 Prozent sinken.

Die Allianz sieht die Beteiligung an CIPC als langfristiges Investment, wie der Vorstandsvorsitzende Michael Diekmann erklärte. Die Gruppe will ihre Position in diesem „wichtigen Wachstumsmarkt“ weiter ausbauen, war dabei aber zuletzt nicht so gut vorangekommen wie gewünscht. Im Dezember hatte Allianz-Vorstand Werner Zedelius in einem Interview mit der „Financial Times Deutschland“ geklagt, Chinas Versicherungsmarkt sei „außerordentlich schwierig“.

Der Markt habe sich spät geöffnet, und ausländische Unternehmen hätten immer noch keinen unbeschränkten und gleichberechtigten Zugang, sagte Zedelius. Die Allianz hat bisher im Vertrieb nur eine Kooperationsvereinbarung mit der Großbank ICBC, mit dem Versicherer China Pacific aber noch nicht. Das könnte sich nun ändern. Erstes Indiz dafür sind Äußerungen von CIPC-Chairman Gao Guofu in der Pressemitteilung der Allianz. Er sei sehr froh über die Erhöhung der Beteiligung. Einer der weltweit führenden Versicherer und Vermögensmanager sei willkommen. CIPC „freue“ sich auf eine „langfristige kooperative Beziehung“.

China ist für alle Versicherer ein hochinteressanter Markt. Zwischen 1999 und 2009 ist das Prämienvolumen nach Berechnungen der Ratingagentur AM Best im Schnitt um 21,44 Prozent pro Jahr gestiegen. Damit ist der chinesische Markt sogar noch schneller gewachsen als Indien. Hier errechnete AM Best 21,25 Prozent pro Jahr, Brasilien kommt auf 15,54 Prozent. In etablierten Märkten mit einer hohen Versicherungsdichte sind dagegen nur Wachstumsraten von weniger als fünf Prozent pro Jahr drin.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

kai elves

09.01.2011, 23:53 Uhr

Jetzt am Höhepunkt der China-bubble kaufen die ein, zum Höchstpreis: denn ein CEO kauft immer nur dann, wenn alle kaufen und zum Höchstpreis. Das ist er seiner CEO-Position schuldig, und dem Prestige, das mit dieser Position kommt. Aber diese Manager unterscheiden sich hier nicht von anderen Lohnsklaven.

Es darf über diese Typen gelacht werden, sein Geld sollte man aus dieser irren-Anstalt vorsichtshalber aber abziehen.

RalfZ

10.01.2011, 16:36 Uhr

Wenn Sie schon Walter Eichelburg zitieren, dann auch bitte mit Quellenangabe !

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×