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16.01.2004

10:25 Uhr

Versicherer wollen Risiken besser in den Griff bekommen

Preise für Industriehaftpflicht werden erneut kräftig steigen

VonRita Lansch (Handelsblatt)

Die Preise in der Industriehaftpflichtversicherung werden weiter steigen, erwarten Versicherungsexperten. Eine konkrete Einschätzung der Preisentwicklung wagt kaum ein Versicherer mehr öffentlich abzugeben seitdem das Kartellamt im vergangenen Jahr sieben Versicherern einen überraschenden Besuch abgestattet hat. Das Verfahren läuft noch.

KÖLN. Versicherer und Kunden geben hinter vorgehaltener Hand jedoch zu erkennen, dass in der Haftpflichtversicherung die Prämien erneut drastisch steigen dürften; vor allem bei Spezialdeckungen, wie der Haftpflicht für Manager. In der Feuerversicherung und den damit verbundenen Sparten hingegen haben die Versicherer das Großkundengeschäft weitgehend saniert; hier geben die Preise allmählich nach. Im mittleren und kleineren Firmensegment stehen die Anpassungen jedoch vielfach noch aus, sprich Verteuerungen für dieses Jahr an.

Die Zukunft der Industrieversicherung liegt in einem besseren Umgang mit den Risiken, dem so genannten Underwriting. Das ist die einhellige Meinung der großen Industrieversicherer, von denen die ersten nach jahrelangen Verlusten 2003 wieder schwarze Zahlen schreiben. „Damit ist aber noch kein müder Euro Verlust der vergangenen Jahre zurückverdient“, sagt Wolfgang Breuer, Chef der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG (GKA) und Holding-Vorstand von Deutschlands zweitgrößtem Industrieversicherer nach der Allianz dem Handelsblatt.

In der Vergangenheit haben die Versicherer schwer gesündigt, indem sie den Kunden schier grenzenlos entgegen gekommen – und so tief in die roten Zahlen geschlittert sind. Doch spätestens seitdem die Kapitalmärkte nicht mehr wie selbstverständlich üppige Nebeneinnahmen mehr in die Kassen der Versicherer spülen, ist Schluss mit dem Cash-flow-Underwriting, wie das Schielen nach Anlageerfolgen zum Ausgleich verlustreicher Versicherungsgeschäfte genannt wird.

Gerling gehört nach einem der bewegtesten Jahre seiner Geschichte zu einer Hand voll Gesellschaften, die in dem extrem volatilen Spezialmarkt verblieben sind. Viele Versicherer, wie die Aachener und Münchener und die Württembergische, sind aus diesem Segment komplett ausgestiegen. Etwa drei Viertel des Weltvolumens kommt von nur zehn großen Versicherern, darunter AIG, Allianz, Axa und Lloyd's. Und die stehen heute mehr denn je unter dem Druck ihrer Aktionäre.

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