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14.01.2010

07:00 Uhr

Versicherungen

Druck auf Rückversicherer wächst

VonThomas Schmitt

Die Versicherungspreise für den Schutz vor Katastrophen sind weltweit um bis zu zehn Prozent gesunken. Die Versicherer der Versicherer sitzen nun auf Kapital, das sich schlecht verzinst. Auf finanzielle Abenteuer wollen sie sich dennoch nicht einlassen.

Vor dem Hauptgebäude der Münchner Rück: Der druck auf die Rückversicherer wächst, weil die Versicherungspreise sinken. Quelle: ap

Vor dem Hauptgebäude der Münchner Rück: Der druck auf die Rückversicherer wächst, weil die Versicherungspreise sinken.

HB FRANKFURT. Die Versicherungspreise für den Schutz vor Katastrophen sind weltweit um bis zu zehn Prozent gesunken. Das ergab die Analyse der seit 2010 geltenden Versicherungsverträge durch die großen Broker. Die Rückversicherer selbst nennen noch keine Zahlen.

Der Branchentrend bedeutet für Munich Re, Swiss Re oder Hannover Rück in vielen Fällen Prämieneinbußen im laufenden Jahr. Ratingagenturen erwarten daher 2010 steigenden Druck auf die Gewinnmargen der Branche, in der die meisten im vergangenen Jahr trotz Finanzkrise sehr gut verdient haben. So rechnen Analysten, dass der Marktführer Munich Re 2009 einen Reingewinn von mehr als zwei Mrd. Euro erwirtschaftet hat.

Am stärksten sind die Prämien in den USA gesunken, dem größten Rückversicherungsmarkt der Welt. Insbesondere für den Schutz vor Großkatastrophen wie Hurrikans zahlen die Erstversicherer zwischen fünf und 15 Prozent weniger an die Rückversicherer. Hauptgrund dafür ist, dass es im vergangenen Jahr extrem wenige Wirbelstürme gab. Entsprechend gingen die Schäden für Versicherer Berechnungen von Experten zufolge von 50 Mrd. Dollar im Jahr 2008 auf gut 20 Mrd. Dollar zurück.

Die Preise für Katastrophenschutz können jedoch auch ganz schnell wieder steigen, wenn die Versicherer durch eine Reihe unerwarteter Großschäden stärker zur Kasse gebeten werden. Das verheerende Erdbeben in Haiti am Dienstagabend zählt aber nicht dazu. Es könnte Experten zufolge zwar Zahlungen von Hunderten Millionen Dollar für die Versicherer bedeuten. Doch viel mehr fürchten die Unternehmen Orkane über Industrieländern, die wegen der hohen Versicherungsdichte schnell Milliardenschäden verursachen.

In Europa ist der Prämienrückgang nicht so ausgeprägt wie in Amerika. Doch auch hier sprechen die Broker von einem Minus von bis zu fünf Prozent in diesem Jahr. Davon gibt es nur wenige Ausnahmen: Teurer wurden vor allem die Abdeckung von Warenlieferungen (Kreditversicherung) sowie der Schutz vor Managementfehlern (D&O). Nach Erkenntnissen des Provinzial-Vorstands Sabine Krummenerl führt in Deutschland der Preiskampf der Autoversicherer dazu, dass die Rückversicherer in diesem Bereich die Preise leicht anheben.

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