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14.05.2013

11:52 Uhr

Verstaatlichte Krisenbank

Hypo Real Estate verdoppelt Neugeschäft

Die Nachfolgerin der Krisenbank gewinnt neue Kunden. Die Deutsche Pfandbriefbank steigert nicht nur das Neugeschäft. Auch das Ergebnis vor Steuern wächst zum Jahresauftakt.

Deutsche Pfandbriefbank: Die HRE-Nachfolgerin gewinnt Neukunden dazu. dapd

Deutsche Pfandbriefbank: Die HRE-Nachfolgerin gewinnt Neukunden dazu.

MünchenDer verstaatlichte Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) hat nach dem schwachen Jahr 2012 wieder mehr Kunden gewonnen und das Ergebnis gesteigert. Zwischen Januar und März verdoppelte sich das Neugeschäft der Deutschen Pfandbriefbank (PBB), in der das Kerngeschäft der HRE gebündelt ist, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 1,6 Milliarden Euro.

„Im Vertrieb haben wir an den Schwung der letzten Quartale angeknüpft“, sagte Vorstandschefin Manuela Better am Dienstag in München. Das Ergebnis vor Steuern legte um acht Millionen auf 29 Millionen Euro zu. Better sieht die Spezialbank damit auf Kurs, im Gesamtjahr wie geplant mehr als 100 Millionen Euro zu verdienen. Im Gesamtjahr 2012 waren Ergebnis und Neugeschäft gegenüber 2011 allerdings deutlich gesunken.

Zur Refinanzierung ihres Kreditgeschäfts konnte die Bank im ersten Quartal an den Märkten mehr als drei Milliarden Euro aufnehmen. Daneben lockt das Institut seit März mit Tages- und Festgeldangeboten auch Privatkunden. Sie will so einen niedrigen einstelligen Milliardenbetrag einsammeln. Ein Sprecher sprach von einem verhaltenen Start des Einlagengeschäfts, nannte aber keine Zahlen. Die Anlagebeträge pro Konto seien vergleichsweise hoch. Für die Refinanzierung im ersten Quartal hätten die neuen Angebote aber noch keine Bedeutung gehabt.

FMS Wertmanagement: „Bad Bank“ der kollabierten HRE erzielt erstmals Gewinn

FMS Wertmanagement

„Bad Bank“ der kollabierten HRE erzielt erstmals Gewinn

Die Hypo Real Estate musste in der Finanzkrise mit Milliarden gestützt werden.

Better will den staatlichen Immobilienfinanzierer fit für die Privatisierung machen, die auf Geheiß der EU bis spätestens Ende 2015 über die Bühne gehen muss. Sie fährt Risiken und Kosten zurück. Doch ob ein Verkauf am Ende gelingt, ist ungewiss. Immobilienbanken haben sich seit der Finanzkrise als Ladenhüter erwiesen. Zuletzt scheiterte der Verkauf der Commerzbank-Tochter Eurohypo. Sie wird nun komplett abgewickelt.

Die HRE stand in der Finanzkrise vor dem Aus und konnte nur dank staatlicher Hilfen von zeitweise mehr als 100 Milliarden Euro gerettet werden. Davon sind die Garantien mittlerweile alle zurückgegeben worden. Die riskantesten Wertpapiere und Kredite wurden in die „Bad Bank“ FMS Wertmanagement ausgelagert, wo sie über die kommenden Jahre mit möglichst wenig Verlust abgebaut werden sollen.

Zuletzt hatte die FMS Wertmanagement erstmals einen Gewinn verbucht. Die Abwicklungsanstalt machte im Jahr 2012 ein Plus von 37 Millionen Euro. Die „Bad Bank“ überweist 17 Millionen Euro an den staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin. Nach dem Gewinn stellt sich die FMS Wertmanagement allerdings auf Gegenwind in den nächsten Jahren ein. Vor allem in Italien gebe es hohe Risiken, sagte der Vorstandschef der Abwicklungsanstalt, Christian Bluhm, in München.

Insgesamt verwaltete die „Bad Bank“ Ende 2012 Risikopapiere und Kredite im Wert von knapp 137 Milliarden Euro und damit knapp 40 Milliarden weniger als bei ihrer Gründung im Jahr 2010. Aufgabe der Abwicklungsanstalt ist es, das Portfolio möglichst ohne Verluste wieder auf den Markt zu bringen. Ursprünglich sollte die FMS dafür bis zum Jahr 2020 Zeit haben. Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, ist aber unklar.

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