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11.03.2004

07:46 Uhr

Verstärkung im Private Banking in Asien geplant

Citigroup will in Deutschland klotzen

Der neue Citigroup-Chef Charles „Chuck“ Prince ist auch in den kommenden Monaten gut für viele Übernahmegerüchte. Wie aus Institutskreisen zu hören ist, will er das Geschäft hier zu Lande vorantreiben. Er habe deshalb geplant, Deutschland künftig vierteljährlich zu besuchen, um mit wichtigen Kunden und Investoren zu sprechen.

rob FRANKFURT/M. Bei seinem ersten Besuch in Deutschland Ende vergangener Woche waren Spekulationen aufgekommen, die Citigroup wolle die Deutsche Bank übernehmen. Prince hatte jedoch nur bei einer Veranstaltung vor großen Investoren wie Union Investment die Werbetrommel für das eigene Institut gerührt und die strategischen Eckpunkte der Bank für 2004 deutlich gemacht. Der Chef eines der profitabelsten Institute der Welt stellte laut Teilnehmern klar, dass die Citigroup aus eigener Kraft wachsen will und sich auf den Heimatmarkt und Privatkunden konzentriert. Dabei könnte das Institut locker die Übernahme einer deutschen Bank finanzieren. Allein 2003 verdiente der Branchenprimus 17,85 Mrd. $, so viel wie Hypo-Vereinsbank (HVB) und Commerzbank zusammen wert sind.

Doch Deutschland steht in diesem Jahr nicht mehr auf der Prioritätenliste der Citigroup, wie aus der dem Handelsblatt vorliegenden Frankfurter Präsentation hervorgeht. „In den vergangenen Jahren sah das noch anders aus“, betonen Banker. Nach ihrer Auffassung widerspricht das jedoch nicht dem verstärkten Engagement von Prince hier zu Lande, sondern spreche für eine Wachstumsstrategie aus eigener Kraft. Bei Akquisitionen werde sich der Konzern auf Asien konzentrieren, heißt es von informierter Seite. Gerade japanische Lebensversicherungen seien ein Übernahmeziel. Im Bereich Lebensversicherungen konnte die Citigroup im vergangenen Jahr die Erlöse um 22 % auf 751 Mill. $ steigern. Außerdem will sich die Citigroup in Asien auch im Private Banking verstärken. Jüngster Schachzug war der im Februar angekündigte Kauf der südkoreanischen Koram Bank für 2,7 Mrd. $. Daneben betrachtet die Bank in der Region vor allem China, Indien und Japan als Kernmärkte, wo sie investieren will und auf hohe Wachstumsraten setzt, wie Prince in Frankfurt deutlich machte.

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