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30.09.2014

14:27 Uhr

Verstöße gegen US-Sanktionen

Iran-Affäre soll auch Commerzbanker treffen

Insidern zufolge fordern US-Behörden personelle Konsequenzen bei der Commerzbank. Demnach hat die Bank genügend Geld zurückgestellt. Die Iran- und Geldwäsche-Ermittlungen sollen gemeinsam beigelegt werden.

Die Commerzbank wappnete sich gegen Bußgelder mit Rückstellungen im ersten Halbjahr. AFP

Die Commerzbank wappnete sich gegen Bußgelder mit Rückstellungen im ersten Halbjahr.

New YorkIn der Affäre um Geschäfte mit dem Iran drängen die US-Behörden die Commerzbank auch zu personellen Konsequenzen. Die für New York zuständige Finanzaufsicht fordert Insidern zufolge von der zweitgrößten deutschen Bank neben einer millionenschweren Geldbuße, dass sie eine Handvoll Mitarbeiter disziplinarisch zur Rechenschaft zieht, die in die Verstöße gegen US-Sanktionen verwickelt sind. Die US-Aufseher wollten die Verfolgung der Iran-Affäre mit den schon länger laufenden Geldwäsche-Ermittlungen gegen die Frankfurter Bank zusammenziehen.

Das sei auch der Grund, warum sich der eigentlich für Ende September erwartete Vergleich noch einmal verzögert, wie Reuters von Insidern erfuhr. Überdies könnte er für die Commerzbank teurer werden. Die Bank äußerte sich dazu am Dienstag nicht, die US-Aufsicht war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Für die Verletzung der amerikanischen Handelsbeschränkungen gegen den Iran allein soll die Commerzbank früheren Informationen zufolge rund 650 Millionen Dollar (515 Millionen Euro) zahlen. Dafür hat sich das Geldhaus mit Rückstellungen schon im ersten Halbjahr gewappnet, wie mehrere Personen aus dem Umfeld der Bank sagten. „Die Commerzbank hat versucht, extra vorsichtig zu sein“, sagte eine von ihnen. Im dritten Quartal dürften keine weiteren Risikovorsorgen nötig sein.

Die Bank hat sich nie zur Höhe ihrer Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Iran geäußert. Analystenschätzungen zufolge hat sie im ersten Halbjahr noch einmal 250 Millionen Euro zurückgestellt, insgesamt seien dafür nun 550 Millionen reserviert.

Die Commerzbank ist unter anderem wegen Geschäften mit der staatlichen iranischen Reederei IRISL in den Jahren von 2002 bis 2007 ins Visier der US-Behörden geraten. Die USA werfen der Bank vor, die Verbreitung mutmaßlicher Massenvernichtungswaffen unterstützt zu haben.

Die Commerzbank habe gewusst, dass IRISL mit Sanktionen belegt worden sei und habe dennoch Geschäfte mit der Firma gemacht. Eine Commerzbank-Sprecherin sagte, die Bank habe sich 2007 aus dem Iran-Geschäft zurückgezogen.

Kommentare (1)

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Herr Peter Weber

30.09.2014, 15:03 Uhr

Eine deutsche Bank muß an die USA eine Strafe bezahlen, weil sie scheinbar gegen eine von den USA verhängte Sanktion verstoßen hat?

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