Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.11.2015

17:40 Uhr

Vertragsverlängerung ausgeschlagen

Commerzbank-Chef Blessing hört überraschend auf

Commerzbank-Chef Martin Blessing hat überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Der 52-Jährige will seinen bis Ende Oktober 2016 laufenden Vertrag zwar erfüllen – das Angebot einer Verlängerung lehnte er jedoch ab.

Seit Mai 2008 ist der 52-Jährige Konzernchef bei Deutschlands zweigrößter Bank. dpa

Commerzbank

Seit Mai 2008 ist der 52-Jährige Konzernchef bei Deutschlands zweigrößter Bank.

FrankfurtMartin Blessing hat überraschend seinen Rücktritt als Commerzbank-Chef angekündigt. Der 52-Jährige habe am Sonntag offenbart, dass er seinen noch ein Jahr laufenden Vertrag zwar erfüllen, aber nicht verlängern will, teilte die zweitgrößte deutsche Bank mit. Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller hatte Blessing Finanzkreisen zufolge bereits im Sommer einen neuen Vertrag angeboten. Er habe Blessings Entscheidung „mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen, aber seinen Respekt für diese Entscheidung und seine hohe Wertschätzung für die erfolgreiche Arbeit von Martin Blessing bekundet“, hieß es in der Mitteilung vom Sonntag.

„Ich habe mich über das Angebot einer Vertragsverlängerung und das mir dadurch entgegengebrachte Vertrauen sehr gefreut“, erklärte Blessing anschließend. „Trotzdem habe ich mich nach langem und intensivem Nachdenken entschieden, das Angebot nicht anzunehmen.“ Die Entscheidung sei ihm schwergefallen. „Denn die Bank und meine Kollegen sind mir ans Herz gewachsen.“ Er wolle nach 15 Jahren im Vorstand der Commerzbank, davon die Hälfte als Vorstandschef, „ein neues Kapitel in meinem beruflichen Leben aufschlagen“, so Blessing.

Interview mit Aktionärsschützer: „Für Martin Blessing ist das tragisch“

Interview mit Aktionärsschützer

„Für Martin Blessing ist das tragisch“

Unerwartet lehnt Commerzbank-Chef Martin Blessing eine Vertragsverlängerung ab. Im Interview erklärt Aktionärsschützer Klaus Nieding, wie er Blessings Erbe beurteilt und weshalb er den Schritt für tragisch hält.

Der 52-Jährige hatte den Posten des Konzernchefs bei Deutschlands zweigrößter Bank im Mai 2008 übernommen, kurz bevor die Commerzbank in ihre tiefste Krise stürzte und in der Finanzkrise mit 18 Milliarden Euro vom Staat gerettet werden musste.

Die Bank lässt die Krise allmählich hinter sich, denn sie steuert in diesem Jahr auf einen Milliardengewinn zu. Nach sechs Monaten hatte sich der Nettogewinn bereits auf 646 (Vorjahr: 300) Millionen Euro verdoppelt. Blessing sprach damals von sehr guten Zahlen, nicht nur im Vergleich zu 2014, sondern auch gegenüber den Markterwartungen.

Auf der Hauptversammlung im kommenden Jahr wird Blessing nun noch einmal die Chance haben, bei seinen Aktionären Boden gut zu machen: Während die Deutsche Bank jüngst angekündigt hat, für zwei Jahre keine Dividende zu zahlen, wird die Commerzbank aller Voraussicht nach erstmals seit Blessing Amtsantritt wieder mit einer Dividende beglücken können. Im ersten Halbjahr 2015 hatte das Institut bereits zehn Cent je Aktie dafür zurückgelegt. Analysten rechnen im Durchschnitt sogar mit 20 Cent Dividende.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×