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27.01.2005

07:32 Uhr

Viele Banken planen Start oder Ausweitung des Angebots

Studentenkredite kommen in Mode

Für die deutsche Kreditwirtschaft eröffnet das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ein neues Wachstumsfeld. Nach Berechnungen von Leander Hollweg, Inhaber der Beratungsgesellschaft Tenman, geht es bei den Studienkrediten um ein jährliches Finanzierungsvolumen von knapp einer halben Milliarde Euro.

pam/pk/rob FRANKFURT/M. Beobachter gehen davon aus, dass die staatliche KfW Bankengruppe bei der künftigen Bildungsfinanzierung eine wichtige Rolle spielen wird, da sie hier seit zehn Jahren aktiv ist.

„Wir arbeiten an einer Weiterentwicklung unserer Produkte“, sagte eine Sprecherin der KfW. Dabei gehe es um eine langfristige Studienfinanzierung. Die KfW bietet bisher schon die Produkte „Bildungskredit“ und „Bafög-Bankdarlehen“ an. Nach Angaben der KfW nahmen 2003 rund 12 200 Studenten den Bildungskredit in Anspruch, das Zusagevolumen erreichte knapp 66 Mill. Euro. Das „Bafög-Bankdarlehen“, das zur Überbrückung der Zeit nach dem Auslaufen des Bafög dienen soll, hat ein Volumen von rund 23 Mill. Euro. Alle KfW-Förderaktivitäten im Bereich Bildung addierten sich auf knapp 780 Mill. Euro.

Andere Banken mischen ebenfalls bereits im Geschäft mit Studiengebühren mit. So kooperiert die SEB bei der Studienfinanzierung mit mehreren privaten Hochschulen wie der Fachhochschule Heidelberg. Über eine Ausweitung auf staatliche Hochschulen wird nachgedacht. Zudem sind mehrere Sparkassen und die Deutsche Kreditbank in der Finanzierung aktiv.

Die Deutsche Bank will nach eigener Aussage mit einem Angebot für Studenten in den nächsten Monaten an den Markt kommen. Und das Unternehmen Career Concept hat mit Hochschulen wie der TU München Kreditfonds für Studenten aufgelegt, über die Zuschüsse zum Lebensunterhalt abgedeckt werden. Künftig soll das Angebot auf Studiengebühren von staatlichen Universitäten ausgedehnt werden.

Das Beratungsunternehmen Tenman hat Modelle für Bildungskredite im Massengeschäft entwickelt. Das Unternehmen hat nach den Worten von Hollweg ein Ratingsystem für Studenten aufgebaut, das Tenman nun europäischen Großbanken anbieten will, die damit deren Kreditwürdigkeit einschätzen können. Für jeden Studenten werden dabei etwa das Ausfallrisiko, die Einkommenserwartung und das Ansehen der Universität ermittelt. Über eine geschützte Homepage sollen Studenten per Internet bei ihrer Einschreibung in einer Hochschule gleichzeitig einen Kredit beantragen können. Tenman will in nächster Zeit eine erste Kooperation mit einer ausländischen Bank bekannt geben. Mit weiteren Instituten ist der Berater im Gespräch. Der Vorteil des Systems sei die Möglichkeit für die Banken, die Kredite später zu verbriefen und am Kapitalmarkt zu platzieren, betont Hollweg. Als mögliche Käufer sieht er beispielsweise Versicherungen. Für die verstärkte private Altersvorsorge wären Anleihen, die auf Bildungskrediten aufbauen, eine attraktive Anlagemöglichkeit, urteilt der Experte.

Quelle: Handelsblatt

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