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15.01.2004

17:10 Uhr

Viele Neukunden

Bausparboom bei Wüstenrot

Der Ausstieg vieler Anleger aus Börsengeschäften hat dem Bausparen in Deutschland einen Boom beschert. Wüstenrot konnte im vergangenen Jahr kräftig daran profitieren.

HB LUDWIGSBURG. Die drittgrößte deutsche Bausparkasse strahlt auch für 2004 mehr Zuversicht aus als die Branche. Die Wüstenrot-Kunden hätten 2003 Bausparverträge über 12,33 Milliarden Euro abgeschlossen, sagte Vorstandschef Klaus Rösch am Donnerstag in Ludwigsburg. Das Neugeschäft sei um 31 Prozent, die Zahl der neuen Verträge um 22 Prozent auf 522.000 gestiegen. „Beides liegt weit über unseren Planungen“, unterstrich Rösch. Die Diskussion um Eigenheimzulage und Wohnungsbauprämie habe zu dem Boom durch Vorzieheffekte dazu wohl ein Drittel beigetragen. Dennoch warnte er vor einer erneuten Diskussion um die Zulage: Sie bringe ständige Unsicherheit. „Das geht nun schon seit zwei Jahren so. Eine verstetigte Wohnungsbaupolitik tut not.“

Der Jahresüberschuss sei voraussichtlich um acht Prozent auf etwa 55 Millionen Euro gestiegen. Die Bausparkasse steuere damit erneut den Löwenanteil zum Gewinn des Finanzkonzerns W&W bei. Für das laufende Jahr nimmt Rösch nach eigenen Angaben das Vorjahresergebnis im Neugeschäft als Messlatte. Angesichts der Sonderfaktoren 2003 werde das freilich nicht leicht sein. Auch der Überschuss soll mindestens bei 55 Millionen Euro gehalten werden.

Der Verband der privaten Bausparkassen hatte sich in dieser Woche für 2004 pessimistisch geäußert: Die Kürzung der Eigenheimzulage für Neubauten werde wohl zu einem Tiefstand bei den Baugenehmigungen im Wohnungsbau seit der Wiedervereinigung führen. Rösch sagte hingegen, die Auswirkungen auf Wüstenrot hielten sich in Grenzen, da die Kunden 40 bis 43 Prozent ihrer Bauspardarlehen für Modernisierungen verwendeten, die von der Kürzung praktisch nicht betroffen seien. Der Bedarf sei lange nicht ausgeschöpft. Das Zinsniveau wird 2004 nach Ansicht des Baufinanzierers nicht steigen. 51 Prozent der Kunden verzichten bei Wüstenrot auf das Baudarlehen nach der Ansparphase - auch weil die Banken häufig günstigere Zinsen bieten.

Mit 3,79 Millionen Bausparverträgen über 82,3 Milliarden Euro ist Wüstenrot die drittgrößte private Bausparkasse hinter Schwäbisch Hall und dem BHW. Die Landesbausparkassen (LBS) wären zusammen allerdings die Nummer eins.

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