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09.02.2006

12:38 Uhr

Vierländerbörse Euronext

Aus Paris kommt Gegenwind für Hedge-Fonds

Am Handelsplatz Paris verstärkt sich der Widerstand der Banken gegen den Einfluss von Hedge-Fonds bei der Vierländerbörse Euronext.

HB FRANKFURT. Eine Gruppe von Großbanken hat nach dem Bericht der französischen Finanzzeitung Agefi ein weiteres Paket von rund 3,5 Prozent an der Börse erworben und käme damit auf 13,5 Prozent der Aktien. Die Gruppe um die Großbanken BNP Paribas und Société Générale hat sich bereits im Januar zusammengefunden, um ihren Einfluss auf die von den Hedge-Fonds geforderte Fusion der Deutschen Börse mit der Euronext zu nutzen. Auch wenn die Fonds mit mindestens 22 Prozent immer noch einen größeren Anteil an der Euronext haben, sehen Beobachter den Kauf als Signal. „Die Botschaft ist klar: Wir lassen uns nicht alles gefallen“, sagte ein Investmentbanker in Frankfurt.

In Deutschland hatte zuletzt der hessischen Ministerpräsident Roland Koch ein stärkeres Engagement der Banken bei der Börse gefordert. DZ-Bank-Chef Ulrich Brixner hatte es jedoch als unrealistisch bezeichnet, dass eine Bank das Risiko eines Einstiegs bei den Rekordnotierungen der Aktien wagen könnte. Andere Institute hatten sich gar nicht erst äußern wollen.

Die französischen Großbanken sind zwar einer Fusion der beiden Börsen nicht abgeneigt, wollen die Euronext aber nicht als Junior-Partner sehen. Um beide Börsen auf die gleiche Größe zu bringen, soll Frankfurt seinen Wertpapierabwickler Clearstream verkaufen. Die gleiche Forderung hat die Euronext am Montag erhoben. Daran waren Verhandlungen beider Börsen bereits 2005 gescheitert. Beobachter rechnen daher damit, dass es vorerst nicht zu einer Fusion der europäischen Börsen kommt. Dies gilt nach der Bereitschaft der Euronext, überschüssiges Kapital auszuschütten, auch für die geplante Übernahme der Börse London.

Am Ende könnten die Hedge-Fonds die Verlierer sein. Sie haben mit ihrer Revolte – gegen die alte Börsenführung in Frankfurt und die Fusionspläne – für eine Verdoppelung der Börsenkurse gesorgt. Sollten sich die Fusionsphantasien als heiße Luft entpuppen, könnten die Kurse schnell wieder zusammenbrechen.

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