Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.06.2015

08:19 Uhr

Volksbank Westliche Saar

Volksbank scheitert mit Vorstands-Rauswurf

VonYasmin Osman

Eine Genossenschaftsbank will zwei Vorstände loswerden. Sie bittet ihre Eigentümer auf einer außerordentlichen Vertreterversammlung um Unterstützung. Doch die lehnen eine fristlose Kündigung mehrheitlich ab.

Die Vertreterversammlung der Bank stimmte gegen einen vorzeitigen Abgang zweier Vorstände. Bildquelle: Facebook.

Volksbank Westliche Saar

Die Vertreterversammlung der Bank stimmte gegen einen vorzeitigen Abgang zweier Vorstände. Bildquelle: Facebook.

FrankfurtDie Mitglieder von Genossenschaftsbanken sind sehr engagierte Eigentümer. Und deshalb können sich die Aufsichtsräte und Vorstandschefs nie ganz sicher sein, wie Abstimmungen auf Vertreterversammlungen, also auf den Eigentümerversammlungen, letztlich ausgehen. Das jüngste Beispiel ist die Volksbank Westliche Saar Plus.

Dort sollte vergangene Woche die Vertreterversammlung der Volksbank darüber entscheiden, ob zwei der vier Vorstände – Peter Scholl und Rüdiger Daub – abberufen und fristlos gekündigt werden sollen. Der Aufsichtsrat der Bank hatte die beiden Manager im Vorfeld Ende Mai bereits suspendiert. Das hielt – nach einer hitzigen Debatte – die Eigentümer der Bank nicht davon ab, das Begehr des Aufsichtsrats mehrheitlich abzulehnen. Das bestätigte Vorstandschef Edgar Soester sowie der Anwalt der beiden Vorstände, Edgar Steinle, dem Handelsblatt.

Dabei hatte der Aufsichtsrat sein Vorgehen mit schweren Vorwürfen gegen die Manager begründet. Es ging um die Höhe der Gesamtbezüge und der Altersvorsorge der beiden Geschassten. Die Frage stand im Raum, ob die Gehälter der beiden zu exzessiv gestiegen sind und ob der Aufsichtsrat über alles ordnungsgemäß informiert oder getäuscht wurde. Der Anwalt der beiden Manager weist alle Vorwürfe zurück.

Nach seiner Niederlage vor der außerordentlichen Vertreterversammlung hat sich der Aufsichtsrat nun erneut getroffen. „Er hat beschlossen zu versuchen, eine einvernehmliche Trennung herbeizuführen“, sagte Bankchef Soester dem Handelsblatt. Vorstände kann man während ihrer Vertragslaufzeit, die auf maximal fünf Jahre befristet ist, nur beim Vorliegen besonderer Gründe vorzeitig aus dem Amt drängen. Bei einvernehmlichen Trennungen orientiert sich die Abfindung von Managern deshalb häufig an der Summe, die sie bis zum Ende ihrer Vertragslaufzeit noch erhalten hätten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×