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13.01.2004

08:22 Uhr

Vom Milliardengrab zum Ertragsbringer: Allianz-Tochter muss die Wende schaffen

Die Dresdner Bank hat noch einen weiten Weg vor sich

VonC. Busse (C, Potthoff; Handelsblatt)

„Jeder Euro zählt“ – der Titel des jüngsten Mitarbeiter-Magazins der Dresdner Bank bringt es auf den Punkt. Bei der Frankfurter Allianz-Tochter wird in diesen Tagen wirklich jeder Euro umgedreht, vor allem von Herbert Walter, dem neuen Chef der Bank. Der 50-jährige soll in diesem Jahr schaffen, woran sein Vorgänger Bernd Fahrholz scheiterte: den Sprung in die schwarzen Zahlen.

FRANKFURT/M. Die Dresdner ist sicherlich das schwerste Erbe, das der neue Allianz-Chef Michael Diekmann übernommen hat. Vorgänger Henning Schulte-Noelle hatte 2001 den Kauf der Frankfurter Bank für rund 24 Mrd. Euro eingefädelt – und auf das große Allfinanz-Geschäft gehofft. Doch es kam anders. Die Dresdner Bank erwies sich als Milliardengrab für die Münchener. Eigentlich sollte die Bank schon im vergangenen Jahr wieder Gewinne machen. Doch im Herbst musste der Allianz-Vorstand das Ziel aufgeben. Hohe Altlasten im Kreditgeschäft und eine geringe Effizienz im operativen Tagesgeschäft verhinderten dies.

In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres fuhr die Bank einen Vorsteuerverlust von 433 Mill. Euro ein. Und dieser wird im letzten Quartal weiter gestiegen sein. Die Experten der ING-BHF-Bank rechnen für 2003 wegen des hohen Restrukturierungsaufwands und der beschleunigten Säuberung des Kreditportfolios mit einem Vorsteuerverlust von knapp zwei Mrd. Euro.

Fest steht: Walter räumt radikal auf. Im August, vier Monate nach dem Diekmann den Neuen angeheuert hatte, kündigte der ehemalige Deutsch-Banker den Abbau von noch einmal 4 700 Stellen an. Sein Vorgänger hatte bereits 11 000 Jobs gestrichen. Kurz vor Weihnachten einigte sich das Management mit dem Betriebsrat auf eine Betriebsvereinbarung über die neuen Stellenkürzungen. Es eilt, denn die Restrukturierungsaufwendungen sollen möglichst noch 2003 verbucht werden, um 2004 unbelastet durchstarten zu können. Einzelheiten des Stellenabbaus sollen in den kommenden Wochen festgezurrt werden. Laut früheren Angaben werden davon vor allem die Konzernzentrale und Back-Office-Funktionen betroffen sein.

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