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16.05.2015

15:20 Uhr

Vor Aktionärstreffen

Deutsche-Bank-Chefs schließen Rücktritt aus

Trotz murrender Großanleger und zahlreicher Rechtsstreitigkeiten wollen Jürgen Fitschen und Anshu Jain an der Spitze der Deutschen Bank bleiben. Vor der Hauptversammlung geben sich die beiden Co-Chefs zuversichtlich.

Die Co-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Fitschen und Anshu Jain bei einer Pressekonferenz in der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. dpa

Die Deutsche-Bank-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen

Die Co-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Fitschen und Anshu Jain bei einer Pressekonferenz in der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.

FrankfurtDas Führungsduo der Deutschen Bank schließt trotz der zahlreichen Skandale bei Deutschlands größtem Geldhaus einen Rücktritt aus. "Das Beste, was ich tun kann, ist die Probleme der Bank zu lösen und ihre Leistung zu optimieren", sagte Co-Chef Anshu Jain der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" laut Vorabbericht. Dafür sei er als Co-CEO angetreten. "Diese Mission ist noch nicht zu Ende", sagte Jain. Auch Co-Chef Jürgen Fitschen, der derzeit im Kirch-Prozess als Angeklagter vor Gericht steht, schloss in dem Interview einen Rücktritt aus.

Das in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten verstrickte Institut muss sich auf ein turbulentes Aktionärstreffen am Donnerstag einstellen. Etliche Großanleger haben vernehmbar gemurrt, weil sie mit der Arbeit des Führungsduos und der vorgelegten neuen Strategie unzufrieden sind. Der einflussreiche US-Aktionärsberater ISS empfahl sogar, den Vorstand dieses Jahr nicht zu entlasten. Zur Begründung verwies ISS auf den unlängst besiegelten Vergleich im Zinsskandal, bei dem die angelsächsischen Regulierer auch deshalb eine Rekordstrafe von 2,5 Milliarden Dollar verhängten, weil sie der Bankführung mangelnde Kooperationsbereitschaft bei der Aufklärung der Affäre attestierten. Zudem sei der Betrugsprozess gegen Fitschen eine Belastung.

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Die diversen Skandale im Investmentbanking könnten auf der Hauptversammlung dazu führen, "dass das Management nicht die übliche gewaltige Zustimmung erhält", räumte Jain ein. "Ich bin aber zuversichtlich, dass wir die Mehrheit der Aktionäre hinter uns haben", sagte der frühere Leiter des Investmentbankings.

Fitschen wies den Vorwurf des Prozessbetrugs zurück. "Ich bin dankbar, dass ich demnächst die Möglichkeit bekomme, mich den Fragen des Gerichts zu stellen und darlegen zu können, warum die gegen mich vorgebrachten Anschuldigungen unbegründet sind", sagte er. Die Staatsanwaltschaft wirft Fitschen und vier Ex-Vorständen vor, ein anderes Gericht belogen zu haben, um eine milliardenschwere Schadenersatzklage des Medienmoguls Leo Kirch abzublocken. Der Unternehmer, der 2011 starb, hatte die Bank für den Zusammenbruch seines Imperiums verantwortlich gemacht.

Von

rtr

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