Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2007

09:41 Uhr

Vor allem Schäden in Deutschland

Orkan „Kyrill“ kostet Allianz hunderte Millionen Euro

Der Orkan „Kyrill“, der Deutschland tagelang ins Verkehrschaos gestürzt hatte, wird den Versicherungskonzern Allianz vor Steuern rund 350 Mill. Euro kosten.

HB MÜNCHEN. Mit 230 000 Schäden sei Deutschland für die Allianz am stärksten von dem Sturm betroffen gewesen, teilten die Münchner am Mittwoch mit. Hier falle allein eine Belastung von rund 180 Mill. Euro an. Zahlreiche Schadensmeldungen gebe es zudem in Großbritannien, Österreich, der Tschechischen Republik, Polen, Ungarn und der Slowakei. Dabei müsse die Allianz vor allem für Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen aufkommen.

„Kyrill“ war vor zwei Wochen mit Spitzengeschwindigkeiten von 200 Kilometern pro Stunde über Europa hinweggefegt. Mindestens 39 Menschen verloren ihr Leben, elf davon in Deutschland. Der Bahnverkehr stand einen Tag lang komplett still und lief auch nach Tagen wegen umgestürzter Bäume noch nicht glatt.

Die Rückversicherungsbranche, an die Erstversicherer wie die Allianz Teile ihrer Risiken weitergeben, ist ebenfalls stark von „Kyrill“ betroffen. Die Münchener Rück, weltweit die Nummer zwei, schätzt die Belastung auf 600 Mill. Euro vor Steuern. Bei der kleineren Hannover Rück sind es 120 bis 180 Mill. Euro.

Der Wintersturm dürfte für die Versicherer einer der drei teuersten in Europa seit 1980 werden. Mehrere Firmen und Analysehäuser schätzen den gesamten versicherten Schaden auf 5 bis 7 Mrd. Euro. Inflationsbereinigt kostete der Wintersturm „Lothar“ die Assekuranzen im Jahr 1999 rund 7,2 Mrd. Euro, „Daria“ 1990 rund 6,8 Milliarden.

Wesentlich höhere Kosten müssen die Versicherer immer wieder bei Hurrikanen in den USA verkraften. Beispielsweise schlug „Katrina“ 2005 als teuerster Sturm aller Zeiten mit einem versicherten Schaden von 62 Mrd. Dollar zu Buche. Der Wirbelsturm hatte unter anderem die US-Metropole New Orleans zerstört.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×