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08.01.2009

15:12 Uhr

Vor der "Boot"

Bootsbauer in schwerer See

Die große Branchenmesse "Boot" steht vor der Tür und die Bauer von Segel- und Motoryachten kommen mit so schlechten Nachrichten. Die Bootsbauer rechnen mit Umsatzeinbrüchen durch die Konjunkturflaute.

HB DÜSSELDORF. Angesichts der Konjunkturflaute rechnet die Wassersportwirtschaft in der kommenden Saison mit Umsatzrückgängen im Neubootgeschäft. Die Produktionskapazitäten bei Segel- und Motoryachten würden dem schwächer werdenden Markt angepasst, erklärte der Branchenverband am Donnerstag anlässlich der bevorstehenden Messe "Boot 2009" in Düsseldorf. Für das vergangene Jahr erwartet der Verband Wassersportwirtschaft einen Gesamtumsatz mit maritimen Produkten und Dienstleistungen von rund 1,84 Milliarden.

2007 war der Umsatz noch um 6,8 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro gestiegen. Nach einer ungewöhnlich langen Wachstumsphase mit jährlichen Steigerungsraten von durchschnittlich fünf bis sechs Prozent müsse sich die Branche in näherer Zukunft auf schwierigere Zeiten einstellen, erklärte die Experten.

Vor allem die Konjunkturaussichten für den deutschen Markt würden zurückhaltender als im Vorjahr beurteilt. Lediglich 42 Prozent glauben laut Verband an gleich gute oder bessere Geschäfte im Jahr 2009. Betroffen von den Umsatzrückgängen seien insbesondere die Anbieter von Mittelklassebooten: Deren Kunden stammten zumeist aus dem Mittelstand und litten bereits seit Jahren unter realen Einkommensverlusten, hieß es. Ein anhaltender Vertrauensverlust in das Finanz- und Wirtschaftssystem könnte die Investitionslust weiter dämpfen.

Auf einer Erfolgswelle schwammen 2008 die deutschen Bootswerften. Die neue Nummer Drei der weltgrößten Segelyachthersteller, Hanseyachts, steigerte ihren Konzerumsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 28,6 Prozent auf 135,3 Mio. Euro. Grund dafür seien vor allem die im ersten Halbjahr 2008 noch sehr guten Exportergebnisse: Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Exporte den Angaben zufolge um 44,4 Prozent auf 332 Mio. Euro.

Weiter ausgelastet seien bislang auch Unternehmen, die sich auf Wartung, Service und Ausbesserungen konzentrierten, hieß es. Gerade in Zeiten, in denen Neubootkäufe zurückgestellt würden, investierten die Bootseigner verstärkt in ihre Yachten.

Für die mittelfristige Entwicklung bildeten die 500 000 Eigner von Booten und Yachten in Deutschland trotz der aktuellen konjunkturellen Schwierigkeiten damit ein stabiles Fundament.

Im Trend liegen weiter eher Motoryachten der mittleren Größe mit etwa zehn Metern Länge. Ein wichtiger Verkaufsfaktor sei auch die einfache und komfortable Handhabung der Yachten, da das durchschnittliche Alter der Skipper seit Jahren zunehme. Schon heute sei der der durchschnittliche Bootseigner 56 Jahre alt, erklärte der Verband.

Auf der Düsseldorfer Messe "Boot 2009" präsentieren vom 17. bis zum 25. Januar rund 1 650 Aussteller aus 54 Ländern ihre Produkte. Das Angebot reicht vom Segelsport- bis hin zum motorisierten Boots- und Yachtsportbereich.

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