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23.08.2013

13:35 Uhr

Vor nächster Verhandlungsrunde

NRW-Sparkassen dringen auf Provinzial-Fusion

Die Sparkassen Westfalen-Lippe sprechen sich für eine Fusion der Versicherer Provinzial Nordwest und Provinzial Rheinland aus. Allerdings brauchen die Sparkassen noch die Zustimmung der anderen Provinzial-Eigner.

Die Provinzial in Münster. Wenn es nach dem Wunsch der Sparkassen geht, soll der Versicherer im Nordwesten mit der Provinzial Rheinland zusammengelegt werden. dpa

Die Provinzial in Münster. Wenn es nach dem Wunsch der Sparkassen geht, soll der Versicherer im Nordwesten mit der Provinzial Rheinland zusammengelegt werden.

DüsseldorfDer Sparkassenverband Westfalen-Lippe geht ohne Vorbedingungen in die nächste Runde der Verhandlungen über eine Fusion der Versicherer Provinzial Nordwest und Provinzial Rheinland. „Wir sind dafür, das Vorhaben zu verfolgen“, sagte der Präsident des Sparkassenverbandes, Rolf Gerlach, am Donnerstagabend in Düsseldorf. „Wir gehen ohne Vorbedingungen in die Gespräche.“

Die rheinischen Sparkassen hatten ebenfalls mehrmals betont, an einer Fusion interessiert zu sein. Bereits im April hatten die Vorstände der beiden Versicherer ein Konzept dafür ausgearbeitet. Die Überlegungen sind auch Folge des Interesses der Allianz an der Provinzial. Der Branchenprimus hatte in der Vergangenheit seine Fühler nach dem Sparkassen-Versicherer ausgestreckt.

Die zehn größten Sparkassen in Deutschland

Die Sparkasse Bremen AG

Mit einer Bilanzsumme von 10,8 Milliarden Euro (2010) ist die Sparkasse Bremen die zehntgrößte Sparkasse in Deutschland. In dem kleinen Bundesland arbeiten 1.580 Menschen bei der Sparkasse.

Ostsächsische Sparkasse Dresden

Die Sparkasse in der sächsischen Landeshauptstadt kam im Jahr 2010 auf eine Bilanzsumme von 11,4 Milliarden Euro. Bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden arbeiten 1.782 Angestellte in 143 Filialen.

Stadtsparkasse Düsseldorf

Mit einer Bilanzsumme von etwas weniger als 11,9 Milliarden Euro liegt die Stadtsparkasse Düsseldorf rund eine halbe Milliarden Euro vor dem Dresdner Sparkassenableger.

Nassauische Sparkasse

2010 kam die Nassauische Sparkasse mit Sitz in Wiesbaden auf eine Bilanzsumme von 11,9 Milliarden Euro. Sie kommt auf 234 Filialen - so viele wie keine andere Sparkasse.

Sparkasse Hannover

Die Sparkasse Hannover ist die sechstgrößte Sparkasse in Deutschland. Das Geldhaus in der niedersächsischen Landeshauptstadt hat in der Bilanz 2010 eine Summe von 12,6 Milliarden Euro ausgewiesen.

Stadtsparkasse München

Die Stadtsparkasse München ist - wenig überraschend - das größte Mitglied des Sparkassenverbands Bayern. Deutschlandweit reicht es mit einer Bilanzsumme von 15,5 Milliarden Euro für Rang fünf.

Frankfurter Sparkasse

Die viertgrößte Deutsche Sparkasse liegt in Hessen. Die Frankfurter Sparkasse kommt auf eine Bilanzsumme von rund 17,3 Milliarden Euro - mit 1.835 Mitarbeitern. In München sind es zum Vergleich 3.170 Angestellte.

Kreissparkasse Köln

Die Kreissparkasse Köln auf Rang drei knackt als erste die Marke von 20 Milliarden Euro. Im Jahr 2010 hat sie eine Bilanzsumme von rund 25 Milliarden Euro ausgewiesen.

Sparkasse KölnBonn

Auch Rang zwei geht nach Köln. Die Sparkasse KölnBonn ist mit 29,7 Milliarden Euro (2010) noch ein bisschen größer als die Kreissparkasse Köln.

Hamburger Sparkasse

Mit Abstand die größte Sparkasse in Deutschland ist die Hamburger Sparkasse. Die Haspa kam im Jahr 2010 auf eine Bilanzsumme von 38,7 Milliarden Euro. Sie hat auch die meisten Angestellten aller Sparkassen - 5.625 Mitarbeiter.

Die Sparkassen aus NRW müssen aber auch die anderen Provinzial-Eigner von einer Fusion überzeugen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hatte als Großaktionär des Versicherers Provinzial Nordwest vor einem Zusammenschluss mit der Provinzial Rheinland noch auf offene Fragen hingewiesen. Ungeklärt sei etwa, wo eine fusionierte Gesellschaft ihren Sitz haben solle.

Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Provinzial Nordwest waren zudem gegen das eigene Haus vor Gericht gezogen und klagen gegen aus ihrer Sicht überhöhte Dividendenzahlungen. Die Gewerkschaft Verdi hatte den Eignern der Provinzial Nordwest „unerträgliche Selbstbedienung“ vorgeworfen, eine Ausschüttung von über 70 Millionen Euro bei einem Jahresüberschuss von 82,4 Millionen Euro sei überhöht.

Der LWL hält rund 40 Prozent der Anteile an der Provinzial Nordwest. Weiterer Großaktionär sind auch die Sparkassen. Die Provinzial Nordwest hat ihren Sitz in Münster, die Provinzial Rheinland in Düsseldorf. Hinter die Fusionsgespräche hatte sich auch die nordrhein-westfälische Landesregierung gestellt.

Von

rtr

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