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02.06.2011

17:58 Uhr

Vorladung

Goldman Sachs hat neuen Ärger

Die Rolle von Goldman Sachs in der Finanzkrise wird erneut ein Fall für die US-Ermittler. Während Analysten noch unsicher sind, wie erst die Lage ist, schlug die Nachricht an der Börse wie eine Bombe ein.

Bei den Händlern hat Goldman Sachs Vertrauen eingebüßt. Quelle: Reuters

Bei den Händlern hat Goldman Sachs Vertrauen eingebüßt.

New YorkWeiterer Gegenwind für Goldman Sachs: Die US-Großbank hat Kreisen zufolge eine Vorladung wegen ihrer Rolle in der Finanzkrise erhalten. Es gehe um Vorwürfe des US-Senatsausschusses im Zusammenhang mit dem Kollaps des Immobilienmarktes in den USA, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Der Ausschuss hatte Mitte April einen 639-seitigen Bericht vorgelegt und darin die Finanzbranche abgewatscht.
Goldman Sachs wird vorgeworfen, Kunden getäuscht und Märkte manipuliert zu haben. Für den Bank-Riesen ist dies ein weiterer Schlag. Das Geldhaus kämpft nach mehreren Skandalen und neuen Vorschriften damit, sich neu aufzustellen. Die Goldman-Aktie gab nach Bekanntwerden der Vorladung um bis zu 3,4 Prozent nach. Später erholte sie sich etwas und pendelte sich bei einem Minus von 1,3 Prozent ein.

Die Staatsanwaltschaft im New Yorker Stadtteil Manhattan, die die Vorladung verschickte, war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Goldman wollte ebenfalls keinen Kommentar zu dem konkreten juristischen Schritt abgeben. Zugleich teilte das Wall-Street-Haus mit, dass Vorladungen ein normaler Teil des Informationsbeschaffungsprozesses seien. "Wenn wir sie erhalten, kooperieren wir natürlich völlig", hieß es.

Bei einer Vorladung werden Informationen erbeten, es geht nicht um eine Anklage. Laut "Wall Street Journal" ist es wahrscheinlich, dass auch das US-Justizministerium eine Vorladung ausspricht.
In dem Mitte April veröffentlichten Bericht wird Goldman vorgeworfen, bestimmte Finanzpapiere entwickelt und verkauft zu haben, die den Kunden beim Einbruch der Immobilienpreise große Verluste und der Bank gleichzeitig Gewinne eingebracht hätten. Auch die Deutsche Bank spielt in dem Bericht eine Rolle. Sie soll demnach ebenfalls umstrittene Finanzprodukte aufgelegt haben.

Analysten sind sich noch unschlüssig, wie ernst die Vorladungen sind. Dick Bove von Rochdale Securities betonte, es werde nach einem Buhmann für die Finanzkrise gesucht und man habe sich Goldman ausgeschaut.

Von

rtr

Kommentare (2)

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nanoflo

02.06.2011, 19:35 Uhr

Goldmann Sachs???Genauso seriös wie die Ratingagenturen!!!Kurz vor der Krise haben die einen Ölpreis von über 200 Dollar prophezeit!Dann Krise(nicht vorhergesehen,komisch!)Nach abrutschen auf um die 40 Dollar hieß es er pendelt sich langfristig bei 60-70 Dollar ein.Tja jetzt ist er bei ca. 100 Dollar.Die Leute sollten anfangen selbst zu denken als sich an "Vorhersagen" von den sogenannten "Experten" zu orientieren.Der Markt ist so komplex das keine das vorhersagen kann!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

wolfgang-live

02.06.2011, 22:22 Uhr

Wo gibt es eine mutige Staatsanwaltschaft in Deutschland, die diese Aktivität zum Vorbild nimmt?

Eine schöne Steilvorlage für deutsche Staatsanwälte wäre auch die Aktivität des "Schurkenjägers von Island", hier dokumentiert:

http://www.fortunanetz.de/kbeobacht/2011/April/Apr14.php

beste Grüsse in den Abend

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