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04.11.2015

11:00 Uhr

Vorschlag für Bankgehälter

Mehr Frauen = mehr Bonus

In Großbritannien hat sich eine Kommission im Regierungsauftrag mit Gehältern von Spitzenbankern beschäftigt. Ein Vorschlag hat es in sich: Die Management-Gehälter könnten an die erreichten Frauenquoten geknüpft werden.

Die Vergütung von Finanzmanagern bleibt heftig diskutiert – einen neuen Vorschlag gibt es aus Großbritannien. Reuters

Büros im Londoner Finanzviertel Canary Wharf

Die Vergütung von Finanzmanagern bleibt heftig diskutiert – einen neuen Vorschlag gibt es aus Großbritannien.

LondonDie Boni für Top-Manager in der britischen Finanzbranche sollten an die Zahl der Frauen in leitenden Positionen gekoppelt werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht, der von der Regierung des Landes in Auftrag gegeben wurde.

Der vorläufige Bericht von Jayne-Anne Gadhia, Chefin von Virgin Money, fordert Banken und anderen Finanzkonzerne auch dazu auf, die Geschlechterverteilung bei sich bekannt zu geben und einen Manager für Eingliederung, Diversität und Geschlechterverteilung zu ernennen, erklärte das britische Finanzministerium am Mittwoch in einer Stellungnahme per E-Mail.

„Dies sollte ein Weckruf für alle in der Finanzbranche sein, in der weniger Frauen in leitende Positionen aufrücken können als in jeder anderen Branche in Großbritannien“, erklärte Gadhia. „Mein Bericht schlägt vor, das Thema anzugehen, und zwar in einer Weise, die auch im Finanzdistrikt anerkannt wird. Es muss veröffentlicht, gemessen und berichtet werden. Wenn etwas öffentlich gemacht wird, nimmt man sich dessen an.“

Einer der vorläufigen Vorschläge Gadhias sieht vor, die Vergütungspakete an den Geschlechtermix zu koppeln. Das würde auch den Unternehmen nützen, da mehr Frauen in Führungspositionen auch zu höherer Produktivität und verbesserten Ergebnissen führen würden.

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Eine aktuelle Studie untermauert: Trotz vieler Lippenbekenntnisse steht die Frauenförderung auf der Prioritätenliste der meisten Banken weit unten. Dabei würde die Branche von einem Wandel in dieser Frage profitieren.

Gadia will ihre Ergebnisse am heutigen Mittwoch vor Top- Managerinnen wie Michelle Pinggera, Partner bei Goldman Sachs und Francesca McDonagh, Leiterin Privatkundengeschäft und Wealth Management bei HSBC, vorstellen. Geleitet wird das Treffen von Harriett Baldwin, der Wirtschaftsstaatssekretärin des Finanzministeriums.

„Finanzdienstleistungen treiben die Produktivität in Großbritannien an, aber in diesem Sektor besteht auch ein besonders großes Problem bei der Geschlechterverteilung – vor allem im Top-Management“, sagte Baldwin mit Blick auf den Bericht und seine Empfehlungen.

Gadhia wird Reaktionen auf ihre vorläufigen Empfehlungen sammeln, „kurz“ bevor ihr endgültiger Bericht im Frühling 2016 vorgestellt wird, erklärte das Finanzministerium.

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