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29.09.2014

18:49 Uhr

Vorschriften missachtet?

Die Commerzbank im Visier von US-Ermittlern

US-Ermittler prüfen, ob die Commerzbank möglicherweise Geldwäsche-Vorschriften nicht beachtet hat. Anleger reagierten verschnupft auf die Nachricht. Die Commerzbank war am Montag größter Verlierer im Leitindex Dax.

In dem Verfahren geht es um die Frage, ob die Kontrollsysteme der Commerzbank ausreichend seien, um Geldwäsche zu erkennen und zu unterbinden. AFP

In dem Verfahren geht es um die Frage, ob die Kontrollsysteme der Commerzbank ausreichend seien, um Geldwäsche zu erkennen und zu unterbinden.

Die Commerzbank hat in den USA mit mehreren Rechtsstreitigkeiten zu kämpfen. Neben einem Verfahren wegen möglicher Verstöße gegen Sanktionen ermitteln die US-Behörden, ob Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus Geldwäsche-Vorschriften missachtet hat, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person am Montag sagte.

Investoren reagierten verschnupft. Commerzbank-Aktien verloren über vier Prozent und waren damit größter Verlierer im Leitindex Dax.

Das nun bekannt gewordene Ermittlungsverfahren drehe sich um die Frage, ob die Kontrollsysteme der Commerzbank ausreichend seien, um Geldwäsche zu erkennen und zu unterbinden, sagte der Insider und bestätigte damit einen Bericht des „Wall Street Journal“ (WSJ).

Das Geschäftsjahr 2013 der Commerzbank

Unter dem Strich

Die Bank erwirtschaftete Erträge in Höhe von 9,27 Milliarden Euro und erzielte ein operatives Ergebnis in Höhe von 725 Millionen Euro (2012: 1,17 Milliarden Euro). Der Gewinn nach Steuern betrug 78 Millionen Euro (-47 Millionen Euro im Jahr 2012).

Privatkunden

Mit modernen Filialen und einem runderneuerten Online-Banking will die Commerzbank im Privatkundengeschäft in die Spur finden. Das operative Ergebnis der Sparte lag 2013 mit 225 Millionen Euro fast exakt auf dem Vorjahreswert. Im vierten Quartal gab es ein operatives Plus von 60 Millionen Euro (nach 25 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum).

Mittelstandsbank

Im Geschäft mit Mittelstandskunden ist die Commerzbank einer der wesentlichen Akteure auf dem deutschen Markt. Das operative Ergebnis schrumpfte 2013 auf 1,1 Milliarden Euro (nach 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2012). Die Risikovorsorge – Rückstellungen für vom Ausfall bedrohte Kredite – lag bei 470 Millionen Euro. Im Jahr 2012 hatten Sondereffekte zu einer Risikovorsorge nahe null geführt.

Zentral- und Osteuropa

In diesem Segment ist vor allem das Engagement der Commerzbank in Polen erfasst. Die Tochter „mBank“ ist dort als Direktbank aktiv. Das operative Ergebnis lag 2013 bei 254 Millionen Euro und damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Bank Forum in der Ukraine hatte die Commerzbank 2012 bereits verkauft.

Kapitalmarktgeschäft

Im Segment „Corporates & Markets“ gab es einen Anstieg des operativen Ergebnisses auch wegen eines positiven Effekts bei der Bewertung eigener Verbindlichkeiten. Notieren die Anleihen von Banken an den Kapitalmärkten schwächer, hat das einen positiven Effekt auf die Bilanz – denn dann kann der Wert der Verbindlichkeiten niedriger angesetzt werden. Insgesamt kletterten das operative Ergebnis 2013 von 202 auf 778 Millionen Euro.

Interne „Bad Bank“

Im Segment „Non-Core Assets“ fasst die Bank Wertpapiere zusammen, die als Altlast aus der Finanzkrise gesehen werden oder aus der missglückten Übernahme der Immobilienbank Eurohypo stammen. Der Abbau der Positionen sei 2013 schneller voran gegangen als zunächst erhofft. Dei Bestände sollten auf 125 Milliarden Euro schrumpfen – tatsächlich landete die Bank bei 116 Milliarden Euro.

Die Commerzbank und die Behörden wollten sich dazu nicht äußern. Wegen des Verfahrens wird es vermutlich noch einige Zeit dauern, bis die Commerzbank den Streit über Sanktionsverstöße beilegen kann. Hier stand das Geldhaus Insidern zufolge schon kurz vor einem Vergleich, der rund 650 Millionen Dollar gekostet hätte.

Die US-Behörden prüften nun aber, ob sich beide Verstöße im Rahmen eines Vergleichs aus der Welt schaffen ließen, sagte die mit dem Vorgang vertraute Person. Die Gesamtstrafe könne dann um mehrere hundert Millionen Dollar höher ausfallen.

Im Streit über mögliche Sanktionsverstöße geht es unter anderem um Commerzbank-Geschäfte mit der staatlichen iranischen Reederei IRISL in den Jahren 2002 bis 2007. Die USA werfen dem Unternehmen vor, die Verbreitung mutmaßlicher Massenvernichtungswaffen unterstützt zu haben. Die Commerzbank habe gewusst, dass IRISL mit Sanktionen belegt worden sei, und dennoch Geschäfte mit der Firma gemacht.

In den vergangenen fünf Jahren haben mehr als ein halbes Dutzend ausländischer Banken den Streit mit den USA über Sanktionsverstößen durch Bußgeldzahlungen beendet. Am tiefsten in die Tasche greifen musste dabei die größte französische Bank BNP Paribas BNPP.PA, die Ende Juni zu einer Rekordstrafe von knapp neun Milliarden Dollar verdonnert wurde.

Deutlich günstiger davon kam die Deutsche Börse, die 152 Millionen Dollar berappen musste. Der Deutschen Bank droht Analystenschätzungen zufolge eine Buße von mindestens 300 Millionen Euro.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Karl Schaffert

29.09.2014, 19:51 Uhr

Alles nur Anfangsverdachte ! Doch dafür bildet die Commerzbank Rückstellungen, die sich auch meines Wissens auch noch steuermildernd auswirken ! Man sollte dies wie im Waffenhandel handhaben. Verstoß gegen das Waffengesetz, Entzug der Waffenhandelserlaubnis. Commerzbank ... Tür zu !
Viele Grüße
Karl Schaffert

Herr Uwe Warschkow

30.09.2014, 17:24 Uhr

Steuermildernd? Um Steuern zu zahlen,müssen erstmal Gewinne erwirtschaftet werden und daran haperts ja mächtig.Einem Halbjahresgewinn von 180 Millionen,stehen jetzt schon Forderungen von 650 Millionen gegenüber.Ergo,die Coba wird 2014 wieder mit Verlust schließen,wie die Jahre zuvor.Dividende zahlt man eh schon 7 Jahre nicht.Wenn`s dann noch durch den Stresstest geht,ist Polen offen.Arme Aktionäre,aber wer von 265 Euro kommt(März 2000),braucht sich nicht wundern,eher eine Trendfolge.

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