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03.02.2005

07:22 Uhr

Vorstand wirbt um Firmen und wohlhabende Privatleute – Zusammenarbeit mit den Sparkassen wird verstärkt

WestLB kämpft um Großkunden

VonCaspar Dohmen

Nach Milliardenverlusten und harter Umstrukturierung kämpft die WestLB jetzt um neue Kunden. „Wir waren ja auf dem Weg zu einer kundenlosen Bank. Den Trend versuchen wir seit einem Jahr zu drehen“, sagte WestLB-Vorstand Norbert Emmerich in seinem ersten Interview seit seinem Amtsantritt vor neun Monaten dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Dabei hat sich Emmerich selbst in die Akquise eingeschaltet. Seit dem Sommer habe er schon mehr als 50 große Unternehmen besucht. „Bei 30 haben wir daraufhin Abschlüsse erzielt“, sagt er. Weltweit haben die Düsseldorfer 2 300 Firmenkunden. Zahlen für Deutschland nennt die Bank nicht. Neben dieser Klientel forciert das Institut das Geschäft mit den Sparkassen und steigt nach Angaben Emmerichs Anfang April wieder in das Geschäft mit wohlhabenden Privatkunden (Private Banking) ein.

Riskante Auslandsgeschäfte hatten der WestLB Milliardenverluste eingebracht. Das Institut hat sich aus dem Geschäft mit Unternehmensbeteiligungen verabschiedet und besinnt sich wieder auf den Heimatmarkt.

Bis Mitte Februar will die WestLB mit jeder der 113 Sparkassen aus Nordrhein-Westfalen eine detaillierte Zusammenarbeit vereinbaren. Im Geschäft der Sparkassen mit externen Partnern will die WestLB in diesem Jahr auf einen Anteil von 40 Prozent kommen. Bis Ende 2006 solle diese so genannte Verbundquote dann mindestens bei 50 Prozent liegen, sagte Emmerich. Bisher beträgt sie erst 36 Prozent. Andere Landesbanken wie die BayernLB oder LBBW schneiden in dieser Hinsicht besser ab. Konkret geht es vor allem um die Zusammenarbeit bei Gemeinschaftskrediten, Firmenkunden, im Auslandsgeschäft, bei Kommunalkrediten, im Private Banking und in der Verwaltung der Vermögensanlagen der Sparkassen (Depot-A-Geschäft).

Die Zusammenarbeit zwischen WestLB und Sparkassen funktioniert nach jahrelangen Schwierigkeiten wieder gut. Allerdings fordern Sparkassen-Manager noch einzelne Qualitätsverbesserungen bei der WestLB. Defizite sehen sie bei Derivaten oder Kommunalobligationen ebenso wie bei der Betreuung ihrer eigenen Anlagen durch die WestLB. Deshalb kaufen Sparkassen auch weiter Produkte anderer Anbieter. Genannt werden LBBW und Helaba.

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