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06.05.2011

20:48 Uhr

Vorstandschef in der Kritik

Wie Commerzbank-Aktionäre Martin Blessing beschimpften

VonLaura de la Motte, Yasmin Osman

Commerzbankchef Martin Blessing antwortete auf der heutigen Hauptversammlung geduldig auf sachliche Kritik. Und auch das, was damit nichts zu tun hatte, konnte ihn nicht aus der Ruhe bringen. Ein Stimmungsbericht.

Commerzbank-Chef Martin Blessing musste heute den Kopf hinhalten. Quelle: dpa

Commerzbank-Chef Martin Blessing musste heute den Kopf hinhalten.

FrankfurtRichard Mayer hat sich extra ganz nach vorn in die erste Reihe gesetzt. Nur wenige Meter trennen ihn von der Bühne und seinen beiden größten Gegnern am heutigen Tag: Martin Blessing und Klaus-Peter Müller. Als  Müller, Aufsichtsratschef der Commerzbank, nach seinen einführenden Worten auf der Hauptversammlung die Rede des Vorstandsvorsitzenden Blessing ankündigt, kann Mayer nicht mehr an sich halten. „Jetzt kommt der Schönredner, der Traumtänzer“, ruft er. Blessing lächelt milde und begrüßt Herrn Mayer persönlich.

Der klagefreudige Aktionär aus München versucht auch dieses Jahr wieder Vorstand und Aufsichtsrat aus der Reserve zu locken. Er ist berüchtigt für seine Auftritte auf der Commerzbank-Hauptversammlung. Vor zwei Jahren hat er Martin Blessing einmal als „Pfui-Pfui-Vorstand“ beschimpft. Auch in diesem Jahr hat Mayer wieder viel Wut im Bauch und ruft zwischendurch auch wieder ein paar Pfuis in den Raum.

Mayer ist kein normaler Kleinaktionär. Der Münchner zählt zu der Sorte Investoren, die gerne auch als räuberische Aktionäre oder Berufskläger bezeichnet werden. Sie versuchen auf Hauptversammlungen Formfehler zu provozieren und dann gegen die Beschlüsse zu klagen. Eine Strategie: Beleidigen und Beschimpfen in der Hoffnung, dass er das Management aus der Reserve lockt. Diese Strategie ist auch für Mayer das Mittel erster Wahl bei der Commerzbank.

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Die Commerzbank will den Staat bald abgeschüttelt haben - und braucht ihre Aktionäre für eine Kapitalerhöhung. Auf der Hauptversammlung geht es deshalb hoch her.

Das bekommt auch Blessing zu spüren, schon als er die jüngsten Quartalszahlen seiner Bank präsentiert. 1,1 Milliarden Gewinn habe die Bank in den ersten drei Monaten erwirtschaftet. „Der erzählt nur Schrott!“ ruft Mayer. Die Aktionäre um ihn herum werden unruhig. Aufsichtsrat Müller schaltet sich ein. „Wir wollen hier doch die halbwegs herkömmlichen Umgangsformen wahren. Das gilt auch für sie, Herr Mayer.“ Der Saal klatscht Beifall.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

06.05.2011, 20:04 Uhr

... und gegen solche Widerlinge wie diesen Mayer kann man nichts machen??

Vielleicht wäre er doch besser am Main spazieren gegangen und wäre dort diesem 18 jährigen Treter begegnet der kürzlich einen harmlosen Passanten zusammentrat.

Account gelöscht!

06.05.2011, 20:05 Uhr

Und gegen solche Widerlinge wie den Mayer kann man nichts machen??
Unglaublich.

Warum erwischen diese U-Bahn Treter eigentlich immer die falschen Passanten ?

gagagei

06.05.2011, 21:19 Uhr

Schockierend.
1) Dass es unser Rechtsstaat ermöglicht bzw. offensichtlich provoziert, dass Leute wie Mayer auf solche Art zu einem Vermögen kommen.
2) Dass der Kurs des Managements von 98 % getragen wird. Kann ein Management schlechter sein und mehr Werte vernichten? Wenn diese Manager nicht entlassen gehören, welche dann? Welchen Grund soll es geben, der diese Kapitalerhöhung mit dieser Verwässerung für die abstimmenden Aktioäre rechtfertigt? Die Begründung Dividende ist ein Hohn.

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