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10.01.2005

08:20 Uhr

Vorstandschef Walter will Firmenkundengeschäft stärker mit Investmentbank verzahnen

Dresdner Bank interessiert sich für Fraspa

VonK. Kort (C. Potthoff; Handelsblatt)

Die Allianz-Tochter Dresdner Bank meldet Interesse an der angeschlagenen Frankfurter Sparkasse (Fraspa) an. Allerdings steht die Bank damit nicht allein da. Auch die Commerzbank hat Interesse bekundet.

Das Logo der Frankfurter Sparkasse (Fraspa). Foto: dpa

Das Logo der Frankfurter Sparkasse (Fraspa). Foto: dpa

FRANKFURT/M. „Für uns wäre es interessant, im Raum Frankfurt als eine der wichtigsten deutschen Wachstumsregionen den Kundenstamm zu erweitern“, sagte Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter dem Handelsblatt. Die Fraspa hat 700 000 Kunden in der Region.

Allerdings steht Walter mit seinem Interesse nicht allein. Auch Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller hat Interesse bekundet. In Finanzkreisen gilt es als sicher, dass auch andere deutsche und ausländische Institute gern zugreifen würden. Doch bislang wehrt sich das Sparkassenlager gegen einen Verkauf an eine private Bank. Bis zum 28. Februar wollen die beiden Träger der Kasse, die Stadt Frankfurt und der Bürgerverein Polytechnische Gesellschaft, exklusiv mit der Hessischen Landesbank verhandeln. Die Fraspa war wegen hoher Verluste im Kreditgeschäft 2003 in die Schieflage geraten.

Abgesehen von außergewöhnlichen Gelegenheiten wie der Fraspa will die Dresdner vor allem organisch wachsen. „Wir sind nicht aktiv auf der Suche nach Übernahmezielen“, sagte Walter. In den vergangenen Jahren war die Dresdner wie nahezu die gesamte Branche vor allem mit Sanierungsarbeit beschäftigt.

Dank eines drastischen Stellenabbaus und der Konzentration auf das Kerngeschäft erwartet die Bank 2004 ein ausgeglichenes Ergebnis – nach einem Verlust von zwei Mrd. Euro im Vorjahr. Von dieser Basis aus will das Management jetzt wieder auf Wachstum schalten. „Wir haben die Wende geschafft. Jetzt geht es darum, den Schwung der letzten Monate ins neue Jahr mitzunehmen“, sagte Walter. Nach außen wird die Aufbruchstimmung des Vorstandschefs durch eine neue Werbekampagne unterstrichen. Seit Oktober sollen Fernsehspots und Plakate der Bank ein frischeres Image geben.

Für 2005 hat ihm die Muttergesellschaft Allianz das Ziel vorgegeben, mindestens die Kapitalkosten zu verdienen. Dies entspricht einer Eigenkapitalrendite von 8,85 Prozent nach Steuern. Nach Berechnungen des Analysten Konrad Becker von Merck Finck entspricht das einem Gewinn von 600 Mill. Euro bis 650 Mill. Euro nach Steuern. Dies sei durchaus realistisch, da Restrukturierungskosten und Goodwill-Abschreibungen in diesem Jahr wegfallen werden, die Risikovorsorge niedriger ausfallen und der Stellenabbau erst in diesem Jahr richtig greifen wird, sagt Becker.

Ganz abgeschlossen ist der Personalabbau allerdings noch nicht. Im Dezember kündigte die Bank den Abbau von 240 Stellen bei der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein (DRKW) an. Zudem sollen 200 Kreditbearbeiter der Bank gehen. Diese Stellen sind noch nicht in den insgesamt 4 700 enthalten, die Walter bis Ende 2005 abbauen will. 80 Prozent davon seien schon jetzt abgebaut. Insgesamt hätte die Bank dann 30 000 Mitarbeiter. Walter stellte klar, dass es hiernach keinen Personalabbau in großem Stil mehr geben werde. „Wir werden in 2005 keine neuen Restrukturierungsmittel zurückstellen“, sagte er.

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