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19.09.2013

09:48 Uhr

Vorstandsgehälter

Die Spitzenverdiener der Sparkassen

VonMartin Dowideit, Raphael Moritz, Elisabeth Atzler

ExklusivNordrhein-Westfalen drängt Sparkassen-Chefs, ihre Gehälter offenzulegen – nicht alle Institute tun dies. In einer Analyse zeigt Handelsblatt Online, wer wie viel verdient und wer die höchsten Gehaltszuwächse verbucht.

Bis zu eine Dreiviertel Million Euro verdienen Sparkassen-Chefs in NRW.

Bis zu eine Dreiviertel Million Euro verdienen Sparkassen-Chefs in NRW.

DüsseldorfEine Analyse von Handelsblatt Online der veröffentlichten Vorstandsgehälter nordrhein-westfälischer Sparkassen zeigt erstmals die Gehaltsentwicklung bei öffentlich-rechtlichen Bankhäusern. Im vergangenen Jahr haben die Chefs der Sparkassen des einwohnerreichsten deutschen Bundeslandes durchschnittlich 3,83 Prozent mehr verdient als noch 2011. Zum Vergleich: Die Entgelte der Angestellten im öffentlichen Dienst wurden im März 2012 um 3,5 Prozent erhöht. Einzelne Institute geben an, dass sich die Festvergütung der Vorstände an dieser Vorgabe orientiert.

In die Durchschnittsberechnung sind 70 der 106* Sparkassen des Landes eingeflossen. Bei ihnen war eine sinnvolle Gegenüberstellung möglich. Das Durchschnittseinkommen dieser Vorstandschefs kletterte auf 331.000 Euro. (Eine Excel-Übersicht mit Angaben zu allen NRW-Sparkassen und ihren Vorstandsvorsitzenden gibt es zum kostenpflichtigen Download)

Sparkassen NRW: Die größten Gehaltszuwächse

Platz 10

Stadtsparkasse Rahden
Vorstandschef: Hartmut Jork
Gehalt 2012: 212.000 Euro (plus 8,16 Prozent gg. 2011)

Platz 9

Stadtsparkasse Langenfeld
Vorstandschef: Dirk Abel
Gehalt 2012: 366.100 Euro (plus 8,19 Prozent gg. 2011)

Platz 8

Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem
Vorstandschef: Heinz-Jörg Reichmann
Gehalt 2012: 250.500 Euro (plus 8,44 Prozent gg. 2011)

Platz 7

Sparkasse Gronau
Vorstandschef: Wilfried Hammans
Gehalt 2012: 234.000 Euro (plus 8,84 Prozent gg. 2012)

Platz 6

Stadtsparkasse Freudenberg
Vorstandschef: Martin Lucke
Gehalt 2012: 196.000 Euro (plus 8,89 Prozent gg. 2011)

Platz 5

Sparkasse Witten
Vorstandschef: Ralf Maasche
Gehalt 2012: 401.000 Euro (plus 8,97 Prozent gg. 2011)

Platz 4

Sparkasse Dortmund
Vorstandschef: Uwe Samulewicz
Gehalt 2012: 524.000 Euro (plus 9,39 Prozent gg. 2011)

Platz 3

Stadt-Sparkasse Lengerich
Vorstandschef: Achim Glörfeld
Gehalt 2012: 243.000 Euro (plus 11,47 Prozent gg. 2011)

Platz 2

Sparkasse KölnBonn
Vorstandschef: Artur Grzesiek
Gehalt 2012: 657.700 Euro (plus 13,79 Prozent gg. 2011)

Platz 1

Stadtsparkasse Werne
Vorstandschef: Thomas Lohmann
Gehalt 2012: 352.000 Euro (plus 22 Prozent gg. 2011)

Der nordrhein-westfälischen Landtag diskutiert am Donnerstag über die Sparkassen und ihr Verhältnis zur Transparenz. Ein entsprechendes Gesetz schreibt den Trägern der Institute vor, auf detaillierte Angaben zu Vorstandsgehältern hinzuwirken. Eine Liste von Finanzminister Norbert Walter-Borjans zeigt: Acht Institute wehren sich weiterhin vehement, unter anderem mit Hinweis auf einen Paragraphen im Handelsgesetzbuch, der den Landesvorgaben widerspreche. Einige andere Verweigerer haben Besserung gelobt.

„Bei den Gehältern von Chefs in öffentlichen Unternehmen ist kein Platz für Geheimniskrämerei“, so NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans zu Handelsblatt Online. „Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, was Sparkassenvorstände und Verwaltungsräte verdienen.“ Die Sparkassenverbände verweisen darauf, ihre Mitglieder auf die Transparenzvorgabe hingewiesen zu haben.

Eine solche Regelung gibt es in keinem anderen Bundesland, was zu Unmut bei vielen NRW-Sparkassenchefs führt. Sie beklagen sich hinter vorgehaltener Hand darüber, dass bei der direkten Konkurrenz der Volks- und Raiffeisenbanken keine solche Transparenz verlangt wird. Das habe Einfluss auf das Geschäft, da Kunden die Gehälter durchaus in Gesprächen kritisierten.

Kommentare (10)

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exSparkasse

19.09.2013, 10:10 Uhr

Steinbrück hätte doch vielleicht Sparkassenvorstand werden solle. Als Aufseher der WEST-LB war er ja grandios.

peer-bilderberger

19.09.2013, 10:27 Uhr

Achja, der nette Herr Peer-Bilderberger, seine Freunde hatten ihn schon als Bundeskanzler auserwählt, doch dann kam das hässliche Internett und brachte es alles ans Tageslicht, was dieser Saubermann so alles auf dem Kerbholz hat.

Schrecklich, wie sich die Zeiten ändern und selbst der ge-BILD-ete Bürger langsam weiß, was Politiker wirklich sind.

Wenn auch im mega Schneckentempo, aber die Macht der Bankster geht langsam zurück. Die Zeit der Falken (Syrien) ist wohl beendet und die Tauben kommen weltweit an die Macht. Auch wenn es langsam geht, aber der generelle Umschwung ist eindeutig erkennbar.

Analyst_des_HB

19.09.2013, 10:34 Uhr

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