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30.08.2012

11:56 Uhr

Vorstoß der Kommission

Banker bangen um ihre Boni

Eine angedachte Aufweichung der strengen Boni-Regeln für Europas Banker stößt zunehmend auf Kritik. Einige Institute haben die Zahlungen aber schon gedeckelt – und fordern sogar Geld von ihren Mitarbeitern zurück.

EU-Parlamentarier laufen Sturm gegen den Vorschlag von Kommissar Michel Barnier, die Boni-Regeln für Banker aufzuweichen. dapd

EU-Parlamentarier laufen Sturm gegen den Vorschlag von Kommissar Michel Barnier, die Boni-Regeln für Banker aufzuweichen.

BrüsselBankern in Europa droht bei ihren Bonuszahlungen eine Obergrenze, und das bereits seit Mai. Doch bis zuletzt hofften die Betroffenen, dass die Neuregelungen weniger hart als gedacht ausfallen werden. Wie sich nun abzeichnet, waren die Hoffnungen wohl unbegründet.

Hintergrund: Europäische Politiker wollen gegen Vorschläge von Michel Barnier, dem Kommissar der Europäischen Union (EU) für Binnenmarkt und Dienstleistungen, vorgehen. Die Pläne würden die Gesetzgebung zur Begrenzung der Banker-Boni verwässern.

Das Europäische Parlament muss in dieser Woche auf eine Kompromiss-Vorlage von Barnier eingehen, welche ein Verbot von Boni, die höher als das Grundgehalt sind, wieder schwächen würde. Das sagte Sharon Bowles, die Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Parlament. Auf die Deckelung hatten sich die Politiker im Mai geeinigt.

„Ich gehe nicht davon aus, dass sich die Sichtweise groß geändert hat“, sagte Bowles zur Notwendigkeit von Obergrenzen. Ähnlich hatte sich zuvor auch schon Philippe Lamberts, der für die Grünen im EU-Parlament sitzt, am 27. August geäußert. Er wäre demnach „erstaunt“, wenn das Parlament einen Rückzieher in dieser Frage machen würde.

Wo Banker in Europa am meisten verdienen

Gehalt und Leistung

Ein erstes Urteil fällt eine Studie des unabhängigen Equity-Research-Unternehmens Alpha Value schnell: Banker verdienen zu viel. Im Schnitt sind es rund 40 Prozent mehr als andere Industrien. Dies steht im krassen Gegensatz zu der Performance der Geldhäuser – Aktionäre haben seit 2007 mit Bankentitel rund 86 Prozent an Vermögen verloren. Ein kurze Übersicht, wo in Europa wie viel verdient wird.

Platz 13

In Belgien haben Banker 2010 laut einer Studie von AlphaVille 250.700 Euro verdient. Im Vorjahr war es mehr als doppelt so viel. Die Summen beziehen sich auf Durchschnittgehälter von leitenden Managern.

Platz 12

Die Banker in Norwegen haben dagegen 2010 mehr verdient als im Jahr davor, nämlich im Schnitt 538.000 Euro.

Platz 11

Bei unseren Nachbarn in den Niederlanden verdient man als Banker durchschnittlich "nur" 623.000 Euro, ein wenig mehr als 2009.

Platz 10

Die Banker in Dänemark haben es noch so gerade in die Top Ten geschafft: Sie verdienten 2010 im Schnitt 797.000 Euro.

Platz 9

Vielleicht eine kleine Überraschung, die Portugiesen in diesem Ranking so weit oben zu sehen. Aber nur weil das Land kein richtig großes Institut hat, können die Banker ja dennoch ordentlich verdienen: 846.000 Euro waren es durchschnittlich - übrigens deutlich mehr als 2009.

Platz 8

Einen kräftigen Schluck aus der Pulle haben sich die französischen Banker gegönnt: Ihr Durchschnittgehalt stieg auf 865.000 Euro. Im Vorjahr waren es "nur" knapp 600.000 Euro.

Platz 7

Auf Rang sieben überspringt Österreich die "magishe" Millionengrenze: In der Alpenrepublik verdienen Top-Banker im Schnitt 1,25 Millionen Euro.

Platz 6

Auch in Schweden kann man in Geldhäusern gutes Geld verdienen: 1,36 Millionen Euro waren es 2010.

Platz 5

Die Italiener schaffen es in die Top Five. Die leitenden Angestellten von Unicredit, Intesa und Co. verdienen durchschnittlich 1,9 Millionen Euro.

Platz 4

Bis zu unseren deutschen Bankern auf Rang vier ist es ein gewaltiger Sprung: Hierzulande verdienen leitende Manager 3,3 Millionen Euro. 2009 war es mit 3,5 Millionen Euro übrigens ein wenig mehr.

Platz 3

Sozusagen aufs Treppchen haben es die Funktioniere in Spanien geschafft: Hier lag das Gehalt bei 3,7 Millionen Euro.

Platz 2

Noch ein wenig mehr gibt es in der Schweiz, nämlich 4,4 Millionen Euro. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten in Zürich oder Genf auch ein gutes Stück höher als in Deutschland.

Platz 1

Mit weitem Abstand gibt es in Großbritannien am meisten zu verdienen: 5,8 Millionen Euro verdienen die Banker in London. Kein Wunder, tun hier doch sehr viele Investmentbanker ihr Werk, die gewohnheitsmäßig auf überdurchschnittliche Vergütungen kommen.

Europas Banker sehen sich einer Gegenreaktion der Politiker ausgesetzt. Letztere wollen mit der Begrenzung der variablen Vergütungsbestandteile die Finanzbranche neu aufstellen - mehr als eine Art Versorger, und weniger als Geldmaschine, mit der große Risiken eingegangen werden.

Ein öffentlicher Aufschrei und der Widerstand von Aktionären haben dazu geführt, dass bei einigen Banken die Bonuszahlungen bereits begrenzt worden sind. So ruderten beispielsweise die britische Großbank Barclays, aber auch der US-amerikanische Konkurrent Citigroup bei ihren ursprünglichen Plänen zur Bezahlung von Mitarbeitern wieder zurück.

Kommentare (2)

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Peer-Bilderberger

30.08.2012, 12:16 Uhr

also langsam kehrt die Hoffnung zurück.

auch wenn wir weiterhin in die EU-GmbH getrieben werden, aber das Nichteinmischungsdekret aus den 80zigern zieht mehr und mehr die Ressourcen von den beschnittenen Glaubensbrüden ab. Man sieht, die Welt wird ehrlicher, offener und das lässt uns hoffen, dass wir nicht auf ewig die 1-Weltregierung haben werden, wie von den illuminierten Rothschilds gewünscht.

Den Wertewandel sieht man, dass man immer mehr Wahrheit will:
- Der 7 fache König des Dopings, Amstrong wird aus deine Doping Pokale verzichten müssen
- Die üblichen Lustreisen der Banker, Versicherungen und Betriebsräte werden aufgedeckt
- Die Welt wendet sich immer mehr angeekelt von den Israelis ab
- E10, erfunden, um die Weltbevölkerung zu dezimieren wird geächtet

Die Hoffnung kehrt zurück

man-without-qualities@dynip.name

30.08.2012, 12:27 Uhr

LIVE(?) aus der Euro-Zone:

http://dynip.name/20120830-1110-der-mann-ohne-eigenschaften.jpg

(warum muß ich jetzt nur an robert musil und an keith haring http://www.haring.com/ denken)

Die Wahrscheinlichkeit fast genau vor meiner Haustür von einer Straßenbahn überfahren zu werden ist zwar leicht (Innenstadt, Straßenkreuzung) aber eben – meiner Einschätzung nach – nicht wirklich erhöht.

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