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03.04.2013

17:47 Uhr

Vorwurf der Täuschung

Milliardenklage gegen Royal Bank of Scotland

Die Royal Bank of Scotland muss sich auf was gefasst machen: Eine Gruppe von Aktionären verklagt die Bank und Ex-Vorstandschef Fred Goodwin. Sie fordern eine Entschädigung von bis zu vier Milliarden Pfund.

Eine Gruppe von Aktionären verklagt die Royal Bank of Scotland und Ex-Vorstandschef Fred Goodwin. Reuters

Eine Gruppe von Aktionären verklagt die Royal Bank of Scotland und Ex-Vorstandschef Fred Goodwin.

LondonAktionäre der teilverstaatlichten Royal Bank of Scotland (RBS) haben eine Milliardenklage gegen die Bank und Ex-Vorstandschef Fred Goodwin eingereicht. Eine Gruppe von mehr als 12.000 privaten sowie rund 100 institutionellen Anlegern fordert nach eigenen Angaben bis zu vier Milliarden Pfund (rund 4,7 Milliarden Euro) Entschädigung.

Die Gruppe wirft Goodwin und drei weiteren Vorstandsmitgliedern vor, Investoren über die desolate Finanzlage des Unternehmens getäuscht zu haben, ehe sie sich 2008 beteiligten. Die Klage sei für tausende geprellte Kleinanleger ein großer Schritt nach vorn, sagte ein Sprecher der Aktionärsgruppe. Die RBS, die zu mehr als 80 Prozent dem Staat gehört, schreibt seit fünf Jahren rote Zahlen.

Die empfindlichsten Strafen für Banken

Hohe Bußgelder

Geldwäsche oder Libor-Skandal – vielen Finanzhäusern drohen hohe Geldbußen. Eine Übersicht, wer schon happige Strafen zahlen musste.

Barclays

Die britische Bank Barclays hatte sich im Juni bereit erklärt rund 470 Millionen Dollar zu zahlen, um die Libor-Untersuchungen in Großbritannien und in den USA beizulegen.

Barclays II

Die US-Energiemarktaufsicht FERC forderte im Juli 2013 von der britischen Bank Barclays eine Rekordstrafe von 453 Millionen Dollar. Die Behörde warf dem Bankhaus vor, in den Jahren 2006 bis 2008 den Strommarkt manipuliert zu haben. Vier Barclays-Händler hätten die Preise am Strommarkt künstlich gedrückt, um am Derivatemarkt mit Wetten gegen steigende Strompreise abzusahnen.

Goldman Sachs

Die US-Bank stimmte einem 500 Millionen Dollar schweren Vergleich mit der US-Aufsicht SEC zu. Die SEC hatte der Großbank vorgeworfen, ein auf faulen Krediten basierendes Finanzprodukt in dem Moment aufgelegt zu haben, als der Immobilienmarkt in den USA abzustürzen begann.

ABN Amro

Die niederländische Bank ABN Amro zahlte wegen des Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 500 Millionen Dollar.

Credit Suisse

Die Crédit Suisse muss wegen Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 536 Millionen Dollar Strafe zahlen.

ING

Die niederländische ING zahlte 619 Millionen Dollar. Sie soll für kubanische und iranische Kunden Milliarden durch das US-Finanzsystem geschleust haben.

Standard Chartered

Die britische Bank geriet wegen ihrer Iran-Geschäfte ins Visier der New Yorker Finanzaufsicht DFS. Fast zehn Jahre lang soll fast zehn Jahre lang gegen die Sanktionen verstoßen haben und Geschäfte mit dem Iran abgewickelt haben. Die Bank hat die Vorwürfe zwar vehement abgestritten, dann stimmten die Briten doch einer Zahlung von 340 Millionen Dollar zu. Außerdem schloss die Bank einen Vergleich mit der US-Notenbank Fed, dem US-Justizministerium und der Staatsanwaltschaft Manhattan und zahlt noch einmal 330 Millionen Dollar, insgesamt also insgesamt 670 Millionen Dollar.

Royal Bank of Scotland

Die Royal Bank of Scotland zahlte eine Strafe von 500 Millionen Dollar. Sie soll über die niederländische Bank ABN Amro Geld für Kunden aus dem Iran, Libyen und Syrien gewaschen haben. Für die Verwicklung in den Libor-Skandal zahlt die Bank 615 Millionen Dollar an die Behörden in den USA und Großbritannien.

HSBC

Die Großbank hatte über Jahre hinweg mexikanischen Drogenbossen und saudi-arabischen Terrorfinanzierern bei der Geldwäsche geholfen. Die US-Behörden verdonnerten die Bank zu einer Strafe von rund 1,9 Milliarden Dollar.

UBS

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen des Libor-Skandals insgesamt Strafen in Höhe von 1,16 Milliarden Euro (1,4 Milliarden Franken) an Behörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz. Die Strafzahlungen führen dazu, dass die UBS im vierten Quartal 2012 einen Reinverlust von bis zu 2,5 Milliarden Franken verbucht. Zudem zahlt die Bank 780 Millionen Dollar Strafe wegen Beihilfe zum Steuerbetrug.

UBS II

Im Juli 2013 einigt sich die Schweizer Großbank UBS mit US-Behörden, einen Streit über Hypothekenpapiere beizulegen. Die Vorwürfe beziehen sich auf das Jahr 2008. Die UBS zahlt 885 Millionen Dollar, ohne eine Schuld anzuerkennen.

Großvergleich in den USA

Mehrere Banken in den USA stimmten Anfang des Jahres einem mehr als 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich zu. Zu den Finanzhäusern zählen Ally Financial, Bank of America, Citigroup, JP Morgan Chase sowie Wells Fargo. Bei dem Vergleich geht es um Forderungen aus Hypothekenkrediten.

(Quelle: eigene Recherche, Stand Dezember 2012)

Von

dpa

Kommentare (2)

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xxxx

03.04.2013, 18:46 Uhr

Ja macht den Laden dicht.alles an die geprellten Aktionäre.und so MA wie Kemal Bagci aus der RBS Derivateabteilung braucht eh kein Mensch weil die Produkte nur der Bank helfen durch falsche Preisfeststellungen und gekaufter Sendezeit bei N-TV.sollen doch die MA den Laden kaufen.Ansonsten eben die Klage dass die Bank daran komplett zugrunde geht.Das würde eh keinen jucken und volkswirtschaftlich völlig uninteressant ob es den Laden gibt oder nicht

Micha

03.04.2013, 19:38 Uhr

Tja, wenn der Laden dicht gemacht wird, erfahren die Käufer der Zertifikate was diese wert sind? Nichts!!!
Zertifikate sind Wetten gegen die Bank, wobei diese die Wettregeln ändern kann, sofort den vollen Wetteinsatz kassiert und keine (!) Sicherheiten bietet.
Kein Mitleid mit den Dummköpfen, welche diese Produkte kaufen, vor allem nach Lehmann!!! Gier frisst Hirn!

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