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21.01.2010

06:59 Uhr

Vorwurf mangelhafter Einlagensicherung

Banken wehren sich gegen Talanx

VonMarietta Kurm-Engels, Hans G. Nagl

Im Grundsatzstreit gegen die Bundesbank haben Äußerungen des Versicherers Talanx unter den Finanzinstituten für Empörung gesorgt. Talanx sieht die eigenen Rücklagen mangelhaft besichert, strebt daher ein Girokonto beim Bundesinstitut an – ein Vorwurf, den die Banken nicht auf sich sitzen lassen.

Die Hannover Rück gehört zum Versicherer Talanx. Dieser sieht seine Einlagen unzureichend abgesichert. ap

Die Hannover Rück gehört zum Versicherer Talanx. Dieser sieht seine Einlagen unzureichend abgesichert.

FRANKFURT. Der Vorwurf des Versicherers Talanx, seine Einlagen bei Banken seien ungenügend abgesichert, hat die Institute empört. „Der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken besteht seit 1976. Seitdem sind im Fall der Insolvenz eines Mitgliedsinstituts alle Einleger vollumfänglich entschädigt worden“, sagte gestern ein Sprecher des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) dem Handelsblatt. „Die Unterstellungen der Talanx-Versicherung, die Einlagen seien unzureichend gesichert, sind für uns daher nicht nachvollziehbar.“

Der Versicherer Talanx, zu dem HDI-Gerling und die Hannover Rück gehören, klagt in einem Grundsatzstreit gegen die Bundesbank. Talanx will ein eigenes Girokonto bei ihr durchsetzen. Nur ein Konto bei der Bundesbank sei wirklich insolvenzsicher. Die Versicherer würden gegenüber den Banken, die allein ein solches Privileg hätten, benachteiligt, heißt es zur Begründung. Das sei wettbewerbsverzerrend, sagte ein Talanx-Sprecher. Dies gelte umso mehr, als die Finanzaufsicht BaFin die Versicherer Talanx, Allianz und Münchener Rück als „signifikante“, also systemrelevante, Institute bezeichnet habe.

Talanx habe keine Banklizenz und wolle diese auch nicht beantragen, sagte der Sprecher des Unternehmens weiter. „Die Klage ist auf einen formellen Bescheid der Bundesbank gerichtet, ob wir dort ein Konto eröffnen können.“ Talanx müsse eine vernünftige Risikovorsorge betreiben.

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wollte das Vorgehen von Talanx gestern nicht kommentieren. Auch die Bundesbank verweigerte eine Stellungnahme. Es handele sich um ein schwebendes Verfahren, sagte ein Sprecher. Grundsätzlich räumt die Bundesbank Wirtschaftsunternehmen aber keine Konten ein. Sie grenzt sich traditionell von den Geschäftsbanken ab, schon um denen keine Konkurrenz zu machen.

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