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22.03.2017

15:36 Uhr

VW-Dieselaffäre und Co.

Aktionärsschützer setzen auf ausländische Verbündete

Vorstöße von Aktionärsschützern erhalten größere Unterstützung von internationalen Großanlegern. Das überrascht den Anlegerschutzverein DSW. Auf der Sitzung kommen auch die Geschäftsprognosen zur Sprache.

Der Vizepräsident des Anlegerschutzvereins DSW ist erfreut. PR

Klaus Nieding

Der Vizepräsident des Anlegerschutzvereins DSW ist erfreut.

FrankfurtDeutsche Kleinaktionärsschützer können bei ihren Vorstößen auf Hauptversammlungen immer öfter auf die Unterstützung von Vertretern internationaler Großanleger bauen. „Wir werden bei allen Anträgen auf Sonderprüfung von institutionellen Investoren unterstützt“, sagte der Vizepräsident des Anlegerschutzvereins DSW, Klaus Nieding, am Mittwoch in Frankfurt. „Wir hatten das so nicht erwartet“, sagte Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Die DSW versucht derzeit gerichtlich eine unabhängige Sonderprüfung der VW-Dieselaffäre durchzusetzen und will auf der Hauptversammlung von Daimler in der kommenden Woche eine Untersuchung des Lkw-Kartells anstrengen, in das der Autobauer verwickelt ist. Der Aufsichtsrat hatte es abgelehnt, deswegen Schadenersatzansprüche an den Vorstand zu prüfen.

„Bei Volkswagen hatten wir im Vorfeld Kontakte zu Proxy-Voting-Agenturen, um die Kräfte zu bündeln“, sagte Nieding. Diese einflussreichen Firmen wie ISS oder Glass Lewis organisieren die Stimmabgabe angelsächsischer Fonds und anderer Investoren aus den USA und Großbritannien, von denen sich viele nach ihren Empfehlungen richten. „Absprachen würde ich dementieren, aber wir sprechen miteinander“, sagte Tüngler. Unterstützung komme nicht nur von Großanlegern aus den USA, sondern auch aus dem Nahen Osten. Sie ermöglichten der DSW mit ihren Stimmen unter anderem, Anträge auf der Hauptversammlung zu stellen.

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Die Aufarbeitung von Skandalen ist nur eines der Themen, die die Hauptversammlungs-Saison in diesem Jahr nach Ansicht der DSW prägen werden. Ein Dorn im Auge sind den Aktionärsvertretern auch die immer kurzsichtigeren und vageren Geschäftsprognosen. „Hier waren die Unternehmen in der Vergangenheit viel mutiger“, sagte Nieding. Neben den gelockerten Vorschriften spiele dabei wohl auch die verschärfte Rechtssprechung eine Rolle, erklärte der Anwalt. Die hohen Vorstandsgehälter hat die DSW trotz der hitzigen politischen Debatte dagegen nicht ganz oben auf der Tagesordnung. „Wir haben das Thema nicht erst erkannt, seit es einen neuen SPD-Kanzlerkandidaten gibt“, sagte Nieding.

Von

rtr

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