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07.03.2006

10:32 Uhr

Waas will Marktanteil erhöhen

Neuer Chef trimmt Dekabank auf Tempo

Die Dekabank soll unter dem neuen Vorstandschef Franz Waas schneller auf Trends reagieren und verlorene Marktanteile zurückgewinnen. „Wir werden auf das Tempo drücken. Bisher dauert es zu lange, bis wir unsere PS auf die Straße bringen“, sagte Waas in Frankfurt.

pk FRANKFURT. Als Beispiel für Versäumnisse nannte er den Börsenabschwung 2003. Damals hätten die Kunden des zentralen Fondsdienstleisters der Sparkassen verstärkt Dividenden- und Substanzwerte gesucht, entsprechende Fondsprodukte habe die Dekabank aber erst zwei Jahre später angeboten. Die Umsetzung einer Produktidee dürfe nicht länger als vier Wochen dauern, sechs Monate seien schon definitiv zu lang, forderte Waas, der die Dekabank seit Januar führt.

Das Image der Dekabank war unter dem früheren Vorstandsvorsitzenden Axel Weber zuletzt angekratzt. Nach hohen Anteilsrückgaben durch Kunden war der offene Deutschland-Immobilienfonds der Bank in eine Krise gerutscht, bei den großen Aktienfonds war die Wertentwicklung nur mäßig. Waas zufolge liegen die Mittelabflüsse beim Immobilienfonds jetzt wieder unter dem Branchendurchschnitt, bei der Performance lägen gut zwei Drittel der Deka-Fonds wieder im Bereich der Spitze.

Der von der HSH Nordbank gekommene Kapitalmarktexperte will den Vertrieb über mehrere „Initiativen“ straffen, die im Herbst umgesetzt werden und 2007 dann größere Markterfolge bringen sollen. Während früher bis zu fünf Deka-Mitarbeiter bei den Sparkassen mit verschiedenen Themen aufgetaucht seien, soll es bald nur einen einzigen Ansprechpartner geben. Auch die Managementstruktur wird schlanker. Zukünftig wird es drei Vorstände für die Hauptgeschäftsfelder geben. Oliver Behrens wird für das Asset-Management und den Bereich Kapitalmärkte zuständig sein und damit für das Publikumsfondsgeschäft, Bernhard Steinmetz für Corporates and Markets. Ferner wird Fritz Oelrich als Finanzvorstand auch das Immobiliengeschäft verantworten. Neben den Leitern der drei Hauptgeschäftsfelder betreut Hans-Jürgen Gutenberger weiter den Vertrieb. Vorstandschef Waas will sektorübergreifend sicherstellen, dass alle Ziele erreicht werden.

Die Dekabank, die sich als „Baustoffhändler“ für die „Architekten“ in den Sparkassen und Landesbanken versteht, muss viel Vertrauen zurückgewinnen. Denn die Sparkassen gehen immer häufiger fremd und kaufen Publikumsfonds bei Konkurrenten wie Fidelity oder dem Marktführer DWS. Der Marktanteil der Deka bei den Sparkassen ist von 90 Prozent auf 65 bis 70 Prozent abgerutscht, Waas peilt wieder eine Marke von 80 Prozent an. Noch schlechter sieht es im Geschäft mit Spezialfonds für institutionelle Kunden aus, wo die Dekabank in vier Jahren von der Spitze auf Rang vier abgerutscht ist. Während der Markt 2005 um zwölf Prozent gewachsen sei, habe die Dekabank hier bestenfalls eine Nullnummer hingelegt, sagte Waas. Das sei auf Dauer nicht akzeptabel.

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