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13.12.2015

15:43 Uhr

Wall Street Decathlon

Der Club der Banker-Sportsfreunde

Auch Finanzmenschen wollen sportlich sein. Der Wall Street Decathlon macht das möglich. Zwei Tage lang können dort Banker rudern, Bälle werfen und Gewichte stemmen. Nun geht der Wettbewerb auf Expansionskurs.

Die Teilnahme am Wall Street-Sportwettbewerb lassen sich die Banker dreistellige Beträge kosten. Spendenpflicht kommt hinzu. IMAGO

Klimmzüge für den guten Zweck

Die Teilnahme am Wall Street-Sportwettbewerb lassen sich die Banker dreistellige Beträge kosten. Spendenpflicht kommt hinzu.

New YorkFlimmernde Bildschirme, unbequeme Stühle, schlechte Luft – der Büroalltag kann einem ganz schön auf die Nerven gehen und schlimmstenfalls auch auf den Rücken. Auch auf den von Bankern, schließlich sind sie auch nur Büromenschen. Zum Glück gibt es da den Sport. Genauer, den Wall Street Decathlon, einen jährlichen Sport-Wettbewerb, bei dem Wall-Street-Mitarbeiter zeigen können, dass sie in der Lage sind, schwereres zu heben als den eigenen Kugelschreiber.

Es ist eine Art Gegenprogramm gegen die durchwachten Büro-Nächte bei JP Morgan, Goldman und Co. Insgesamt zehn verschiedene Wettbewerbe müssen die Teilnehmer innerhalb der beiden Tage absolvieren. Sie stemmen Gewichte, machen Klimmzüge, rudern und üben den Football-Weitwurf.

Die 10 zynischen Gebote für das Investmentbanking

Regel 1

Wir ziehen uns konservativ an. Keine Socken zu tragen ist verboten, sie zu tragen, ist angeraten.

Regel 2

Wem es zu stressig wird, soll besser nicht bleiben.

Regel 3

Du musst der letzte am Schreibtisch sein, egal wie spät es ist. Und früher da zu sein, als die anderen, wäre sogar noch besser.

Regel 4

Wendet euch nur an einen bestimmten Kontakt mit Fragen. Wer mich fragt – das fällt negativ auf.

Regel 5

Zieht niemals das Sakko/die Jacke aus. Wir sind hier im Investmentbanking.

Regel 6

Bringt euren Mentoren Frühstück mit.

Regel 7

Bringt ein Kissen mit ins Büro. Das macht die Übernachtung im Büro einfacher.

Regel 8

Versorgt das Team mit Snacks.

Regel 9

Habt eine Reserve-Krawatte oder einen -Schal dabei - vielleicht braucht euer Betreuer einmal eine Serviette.

Regel 10

Ein Zettel hängt aus, auf dem ihr eintragt, wann und warum ihr euren Schrebtisch für wie lange verlasst. Das ist wichtig gegen Ende des Praktikums.

Quelle

Quelle: E-Mail eines Barclays-Analysten in den USA an neue Praktikanten im Frühjahr 2015.

Zum ersten Mal ging der Wettbewerb im Krisenjahr 2009 an den Start. Seitdem hat er sich zu einer festen Größe unter den sportlichen Bankern gemausert. Und nun soll er von der Wall Street in andere US-Städte expandieren: Die Organisatoren haben für 2016 außenstehende Investoren an Bord geholt und mehr als eine Million Dollar eingesammelt, um den Wettbewerb nächstes Jahr auf vier weitere Städte auszuweiten. „Was Ironman mit seiner Art des Dreikampfs geschafft hat, wollen wir mit unserer Zehnkampf-Marke erreichen”, erklärt Gründer Dave Maloney.

Die Teilnehmer lassen sich den Wall-Street-Sportspaß ganz schön was kosten: Für die nächste Auflage liegt die Teilnahmegebühr bei 395 Dollar (345 Euro) – neben der Spenden-Zusage von mindestens 2250 Dollar für eine Reihe gemeinnütziger Krebs-Organisationen. Bei der letzten Veranstaltung waren die rund 400 Start-Plätze in New York in 48 Stunden ausverkauft.

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Aber die Spenden dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Decathlon inzwischen zum Geschäft avanciert ist. Gründer Maloney ließ sich von Providence Equity Partners beraten, das 2008 die World Triathlon (WTC) gekauft hatte. Dieses Unternehmen war in den folgenden sieben Jahren von einem Ironman-Lizenznehmer zum Besitzer und Organisator von Veranstaltungen in 33 Ländern gewachsen. Die Zahl der Mitarbeiter kletterte von anfangs zehn auf mehr als 325.

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