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25.01.2010

17:18 Uhr

Wall Street

US-Großbanken lenken bei Boni ein

Der öffentliche Druck auf die großen US-Finanzinstitute bezüglich deren Vergütungspraxis zeigt Wirkung. Goldman Sachs, Morgan Stanley und JP Morgan Chase haben 2009 deutlich weniger Kapital für Gehälter zurückgestellt als noch vor zwei Jahren. Die Gesamtsumme bleibt jedoch stattlich.

Morgan Stanley und einige andere Großbanken haben die Zurückstellungen für Vergütungen deutlich gesenkt. Quelle: ap

Morgan Stanley und einige andere Großbanken haben die Zurückstellungen für Vergütungen deutlich gesenkt.

Bloomberg/asd NEW YORK. Die großen US-Banken haben sich bei der Vergütung der Mitarbeiter im vierten Quartal 2009 dem Druck der Öffentlichkeit gebeugt. Goldman Sachs, Morgan Stanley und die Investmentbank von JP Morgan Chase haben für das Gesamtjahr 39,9 Mrd. Dollar (28,2 Mrd. Euro) für die Vergütung bereitgestellt, verglichen mit einem Rekordwert von 44,7 Mrd. Dollar im Jahr 2007. Der Betrag liegt auch unter den Erwartungen der Analysten, die mit 46,1 Mrd. Dollar gerechnet hatten.

Der politische Druck dürfte in den nächsten Wochen wohl anhalten, insbesondere wenn Einzelheiten zu den Bonuszahlungen von Führungskräften bekannt werden. „Zweifelsfrei hat die Wall Street die Botschaft aus Washington verstanden“, sagt Michael Robinson vom Beratungshaus Levick Strategic Communications. „Für die Politiker hat es sich ausgezahlt, die großen Banken mit ihren fetten Bonuszahlungen anzuprangern. Sie werden dies auch weiterhin tun.“

US-Präsident Barack Obama hat seit Beginn seiner Amtszeit die Vergütungspraktiken an der Wall Street immer wieder mit deutlichen Worten kritisiert. Erst vergangene Woche hatte Obama die Banker-Boni gleich zwei Mal als „unverschämt“ bezeichnet.

Bei Goldman Sachs, Morgan Stanley und der Investmentbank von JP Morgan entfallen von den Vergütungskosten etwa 24 Mrd. Dollar auf Bonuszahlungen, schätzt der Berater Options Group. Das wäre zwar ein Anstieg von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert, aber weniger als die Summe im Jahr 2007. Bei Goldman belaufen sich die Vergütungskosten für das Gesamtjahr auf 16,2 Mrd. Dollar oder 36 Prozent der Erlöse, was der geringste Anteil seit dem Börsengang der Bank im Jahr 1999 ist. Das Institut hatte im vierten Quartal ganz darauf verzichtet, weitere Rückstellungen für Boni zu bilden.

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