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01.02.2016

11:09 Uhr

Wandelanleihen

Investoren sorgen sich um Deutsche Bank

Investoren des größten deutschen Geldhauses brauchen derzeit starke Nerven. Wegen der Verluste der Bank rücken Schwellenwerte näher, die eine Aussetzung von Zahlungen auf riskante Anleihen erzwingen würden.

Investoren haben es zur Zeit nicht leicht mit der Deutschen Bank. AFP

Deutsche Bank

Investoren haben es zur Zeit nicht leicht mit der Deutschen Bank.

FrankfurtDie größte Bank Deutschlands hat Wandelanleihen, sogenannte CoCos, im Volumen von rund 4,6 Milliarden Euro im Umlauf, wie aus einer Präsentation für Investoren hervorgeht. Diese Papiere, die dazu gedacht sind, das Kernkapital Tier 1 zu stützen, haben keine Laufzeitbegrenzung, und die Kuponzahlungen hängen von der Kapitaldecke der Bank ab. Am Donnerstag vergangener Woche gab die Deutsche Bank bekannt, sie sei in der Lage, die Kupons für 2015 zu zahlen, was die Kurse der Papiere stützte.

„Bis heute bin ich davon ausgegangen, dass die Deutsche Bank erstmals die Kuponzahlungen auf ihre AT1-Bonds aussetzt,“ sagte Mark Holman, Chef von TwentyFour Asset Management in London, mit Blick auf die Anleihen für zusätzliches Tier 1- Kapital, die er nicht hält. „Es ist sehr knapp. Sie haben heute gesagt, sie werden zahlen, aber genau so gut hätten sie sagen können, wir lassen die Zahlung ausfallen. Das Risiko ist zu hoch.“

Das Geschäftsjahr 2015 der Deutschen Bank (I)

Erträge

33,5 Milliarden Euro.

Zinsunabhängige Aufwendungen

38,7 Milliarden Euro.

Jahresergebnis

6,8 Milliarden Euro Verlust nach Steuern.

Harte Kernkapitalquote

11,1 %.

Verschuldungsquote

3,5%.

Was den Investoren Sorgen bereitet, ist die Kapitaldecke der Deutschen Bank, die ohnehin nicht üppig war und weiter schrumpft, seitdem die Bank sich neu aufstellt, Strafzahlungen leistet und Verluste anhäuft. Nach deutschem und europäischem Bankenrecht sind die Kuponzahlungen an gewisse Anforderungen gekoppelt, die die Barbestände und das Kapital betreffen. Insgesamt gesehen ist die Deutsche Bank unter den großen europäischen Geldinstituten dasjenige, das der Nichterfüllung dieser Anforderungen am nächsten kommt.

Alle AT1-Bonds der Deutschen Bank haben Kupons von mindestens sechs Prozent. Allerdings können die Investoren keinen Zahlungsausfall geltend machen, wenn sie nichts erhalten. Sobald eine Bank ihre Kapitalpuffer angreifen muss, ist sie gezwungen, den so genannten ausschüttungsfähigen Höchstbetrag zu berechnen, aus dem sich nach EU-Recht Beschränkungen für Zahlungen ergeben. Deutsche Banken müssen zudem ausschüttungsfähige Posten, sogenannte ADI, berechnen. Diese Kennzahl wird nach deutschen Buchführungsregeln erhoben. Die Deutsche Bank teilte mit, ihre Reserven reichten aus, um die Kuponzahlungen zu leisten.

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