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05.03.2014

23:06 Uhr

Wechsel zu Anwaltskanzlei

Deutsche Bank verliert Chef-Juristen

Die Deutsche Bank muss sich nach einem neuen Chef für ihre Compliance-Sparte umsehen: Andrew Procter wechselt in eine britische Anwaltskanzlei. Erst vor kurzem soll der Australier ins Visier der Bafin geraten sein.

Sitz der Deutschen Bank in Frankfurt. Vorübergehend soll ein Team von Juristen Procters Aufgaben übernehmen. ap

Sitz der Deutschen Bank in Frankfurt. Vorübergehend soll ein Team von Juristen Procters Aufgaben übernehmen.

FrankfurtDie Deutsche Bank verliert einen ihrer Chef-Juristen an eine britische Anwaltskanzlei. Ein Sprecher der Bank bestätigte am Mittwochabend, dass Andrew Procter im Juni zur internationalen Kanzlei Herbert Smith Freehills wechseln werde. Der Australier ist eine Stufe unter dem für Compliance und Recht verantwortlichen Vorstand Stephan Leithner für Fragen der guten Unternehmensführung und den Kontakt zu Regulierungs- und Regierungs-Behörden zuständig.

In einer internen E-Mail, aus der das „Wall Street Journal“ zitierte, würdigte Leithner Procters Leistungen und erklärte, dieser habe nun wieder eine Aufgabe in der juristischen Praxis übernehmen wollen. Der Bank-Sprecher bestätigte die Aussagen.

Procter war zu Anfang des Jahres laut Medienberichten ins Visier der Finanzaufsicht Bafin geraten. Diese habe die Glaubwürdigkeit des von der Bank angekündigten „Kulturwandels“ infrage gestellt, wenn Leute wie Procter und der Chef-Jurist Richard Walker weiter arbeiteten, obwohl sie im Skandal um die Manipulation des Libor-Zinssatzes nicht rasch genug gehandelt hätten.

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Vorübergehend soll nun ein Team von Juristen um die seit Juni als Chief Governance Officer amtierende Daniela Weber-Rey Procters Aufgaben übernehmen, bis eine endgültige Nachfolge-Regelung gefunden sei. Weber-Rey war von der Anwaltskanzlei Clifford Chance gekommen und ist Mitglied in der Corporate-Governance-Expertenkommission der Bundesregierung.

Procter war 2005 von der britischen Finanzaufsicht FSA zur Deutschen Bank gestoßen. Zuvor hatte er für Aufsichtsbehörden in Hongkong und Australien gearbeitet. Bei Herbert Smith soll er sich weiter mit der Regulierung der Finanzbranche befassen. Sein neuer Arbeitgeber bezeichnete ihn als „führenden Experten“ in dem Bereich und als „hoch anerkannte Persönlichkeit in der Finanzdienstleistungs- und Investmentbanking-Industrie“.

Von

rtr

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