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09.10.2012

20:21 Uhr

Wegen Berater-Register

Volksbank plant Verfassungsbeschwerde

Das bundesweit geplante Beschwerderegister für Wertpapierberater bekommt Gegenwind. Die Volksbank Göppingen hat Verfassungsbeschwerde gegen das geplante Verfahren eingelegt. Auch der Bundesverband äußert sich kritisch.

Banken sollen zukünftig jede Kundenbeschwerde bezüglich einer Wertpapierberatung melden. dpa

Banken sollen zukünftig jede Kundenbeschwerde bezüglich einer Wertpapierberatung melden.

Göppingen/BerlinDie Volksbank Göppingen wehrt sich gegen ein bundesweit geplantes Beschwerderegister für die Wertpapierberater von Banken. Wie das Geldinstitut am Dienstag mitteilte, legt sie selbst wie auch drei ihrer Mitarbeiter Verfassungsbeschwerde gegen die neuen Vorschriften ein. Die Bank befürchtet eine hohe Verunsicherung der Berater und sieht in der Regelung einen unverhältnismäßigen Eingriff in das Grundrecht auf Berufsfreiheit. Die neuen Vorschriften seien weder erforderlich noch zumutbar, argumentierte die Volksbank.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht soll künftig ein Verzeichnis aller Wertpapierberater und Vertriebsbeauftragten der Banken führen, um die Qualität der Wertpapierberatung besser zu überwachen. Die Banken müssen dann jede Kundenbeschwerde wegen einer Wertpapierberatung melden und den beteiligten Mitarbeiter angeben.

Auch der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sieht die neuen Vorschriften kritisch. Der bürokratische Aufwand für die Datenbank sei „unnötig hoch“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Ein spürbarer Nutzen für den Kunden sei damit nicht verbunden. Für die einzelnen Banken sei mit den neuen Vorschriften ein hoher organisatorischer Zusatzaufwand verbunden.

Die neue Regelung soll am 1. November in Kraft treten. Die Bundesregierung erhofft sich von ihr einen besseren Schutz der Bankkunden vor schlechter Beratung.

Von

dpa

Kommentare (10)

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Nifab

09.10.2012, 21:35 Uhr

Wenn ein Patient sich bei einem Arzt beschwert, muss dieser keine Beschwerdedatenbank führen und dann noch eine Meldung an das Gesundheitsministerium erstatten. Und dabei geht es um etwas, was deutlich wertvoller und wichtiger als ein Wertpapier ist - das Leben eines Menschen.
Ein Arzt kann sich einen Fehler erlauben, aber ein Bankmitarbeiter nicht? Verkehrte Welt

Account gelöscht!

09.10.2012, 21:45 Uhr

Ist schon sehr amüsant zu lesen, dass gerade die Genossenschaftsbanken, denen man es - ihrem Sparkassen-Image nach - eigentlich nicht zutrauen würde, als erste aufschreien, wenn die Bafin endlich mal eine Institution schaffen will, um eine der wesentlichen Anreizproblematiken in den Griff zu bekommen, welche uns damals (ja ist schon wieder viele Jahre her ^^ ) in die Krise gestürzt hatte. Kaum wächst en bissel Gras über die Sache, ist schon wieder vieles von damals vergessen und man würde die Drückerkolonnen wieder volle Kanne auf die kleinen Sparer hetzen. Ach sei's drum, wir Leser haben doch unseren Spaß ^^ !

Skywalker

09.10.2012, 22:04 Uhr

Darum geht es wohl kaum. Es würde völlig ausreichen, wenn die Kundenbeschwerden je Bank gesammelt würden, wozu müssen noch einmal die persönlichen Daten aller Berater gemeldet werden?
Dann sollte auch die DNA eines jeden Bürgers gespeichert werden. Eventuell könnte die Polizei dann damit ja mal einen Straftäter überführen. Es geht hier auch um Verhältnismässigkeit!

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