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11.02.2014

09:33 Uhr

Wegen Gewinnschwund

Barclays streicht massenhaft Jobs - und erhöht Boni

Das wird für Unmut sorgen: Die britische Großbank Barclays will bis zu 12.000 Menschen entlassen. Schuld sind schrumpfende Gewinne. Gleichzeitig schraubt das Geldhaus die Boni im Investmentbanking kräftig nach oben.

Die Barclays-Bank will gegen ihren Gewinnschwund angehen und streicht bis zu 12.000 Stellen. AFP

Die Barclays-Bank will gegen ihren Gewinnschwund angehen und streicht bis zu 12.000 Stellen.

London
Barclays steuert mit massiven Stellenstreichungen gegen den Gewinnschwund im Investmentbanking. Insgesamt sollen in diesem Jahr 10.000 bis 12.000 Stellen wegfallen, erklärte die britische Großbank am Dienstag nach der Bekanntgabe schwacher Geschäftszahlen. Allein auf dem Heimatmarkt seien 7.000 Mitarbeiter betroffen - etwa die Hälfte davon sei bereits informiert worden. Insgesamt beschäftigte die Bank Ende Dezember knapp 140.000 Menschen. Gleichzeitig gab das Geldhaus bekannt, die Boni für die Angestellten im Investmentbanking kräftig erhöht zu haben.

Diese Banken bauen die meisten Stellen ab

Commerzbank (Deutschland)

4000 Stellen

Die Zahlen beziehen sich auf die von Januar 2012 bis Ende 2013 angekündigten Entlassungen

Caixa Bank (Spanien)

4000 Stellen

Bankia (Spanien)

5000 Stellen

American Express (USA)

5400 Stellen

Monte dei Paschi (Italien)

8200 Stellen

UBS (Schweiz)

10.000 Stellen

HSBC (Großbritannien)

14.000 Stellen

Citigroup (USA)

15.000 Stellen

Bank of America (USA)

18.100 Stellen

JP Morgan (USA)

19.000 Stellen

Barclays schüttete im vergangenen Jahr Gehaltszuschläge in Höhe von 2,4 Milliarden Pfund (2,9 Milliarden Euro) aus. Die Zulagen im Geschäftsbereich Investmentbanking stiegen um 13 Prozent auf 1,57 Milliarden Pfund, während der Gewinn der Sparte um 37 Prozent auf 2,5 Milliarden Pfund sank. Vor allem die Schwäche im Anleihegeschäft drückte die Einnahmen um neun Prozent auf 10,7 Milliarden Pfund.

Barclays hatte am Montag einen unerwartet geringen Gewinn für das vergangene Jahr bekanntgegeben: Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis fiel um ein Viertel auf 5,2 Milliarden Pfund (6,23 Milliarden Euro). Branchenexperten hatten bereits vermutet, dass der Gewinnrückgang vor allem auf Schwächen im Investmentbanking zurückgeht, weil auch andere Geldhäuser wie die Deutsche Bank darüber geklagt hatten.

Die Barclays-Aktie startete in London entgegen dem stärkeren Gesamtmarkt mit einem Abschlag von rund ein Prozent.

Unnötiger Boni-Exzess der Commerzbank

Video: Unnötiger Boni-Exzess der Commerzbank

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Erst gestern hatte hierzulande die Commerzbank für Unmut gesorgt, denn das Institut schüttet mehr Boni an die Mitarbeiter aus, als es verdient. Die Aktionäre dagegen gehen seit Jahren leer aus. So sollen mehr als 300 Millionen Euro in den Boni-Topf fließen, während der Jahresüberschuss der Bank – nach Abzug von Boni-Rückstellungen – bei 31 Millionen Euro liegen wird.

Auch andere Institute sind ähnlich großzügig. So fallen auch bei der Deutschen Bank die variablen Vergütungen höher aus als der Reingewinn. Finanzkreisen zufolge hat der Branchenprimus knapp drei Milliarden Euro für den Bonus-Topf eingeplant. Das ist drei Mal so viel wie der Konzerngewinn und entspricht dem Vierfachen der geplanten Dividendenausschüttung (mehr dazu im Volltext finden Sie zum Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft).

Kommentare (3)

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seppo81

11.02.2014, 12:53 Uhr

Ich hasse diese Geldgier. Und mit realer Arbeit, die dem Wohle des Menschen dient, verdient man keinen Pfifferling.

FredvomJupiter

12.02.2014, 10:08 Uhr

Was mich nervt: die "Boni" der normalen Angestellten sind ja nicht wirklich ein Bonus auf das normale Gehalt, sondern in der Regel ein Teil des früheren festen Gesamtgehalts, der irgendwann variabel umgestaltet wurde. Angeblich, damit der Mitarbeiter mit viel Arbeit sein Gehalt sogar noch verbessern kann. Wird aber gerne von den Firmen genutzt, um über niedrige Firmen- oder Abteilungsfaktoren den "Bonus"teil nach unten zu senken, also das Gesamtgehalt zu senken.

klakli48

12.02.2014, 14:13 Uhr

Wie lange kann sich Herr Blessing noch solche Fehlentscheidungen leisten? Wahrscheinlich so lange, wie Herr Müller noch als vorheriger Vorstandsvorsitzender Aufsichtsratsvorsitzender bleibt. Um die COBA wieder in Schwung zu bringen, müssen beide weg. Schon alleine die Tatsache, das egal wo auch immer in der Welt ein Risiko aufläuft, ist die COBA im erheblichen Maß beteiligt. Und das haben diese beiden "TOP Manager" zu verantworten.

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