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10.03.2006

07:57 Uhr

Wegen Rückstellungen

Deutsche Bank verfehlt ihr Renditeziel

VonChristian Potthoff und Tobias Moerschen

Die Deutsche Bank hat ihr ehrgeiziges Renditeziel im vergangenen Jahr nun doch noch nicht erreicht. Mit einem Trick versuchte das Frankfurter Institut am Donnerstag jedoch, diesen Umstand zu verschleiern. Es half nichts. Auch an einer zweiten Front musste der Branchenprimus eine Niederlage einstecken.

Es geht abwärts: Josef Ackermann, Vorstandssprecher der Deutschen Bank. Foto: dpa

Es geht abwärts: Josef Ackermann, Vorstandssprecher der Deutschen Bank. Foto: dpa

FRANKFURT/NEW YORK. Wegen zusätzlicher Rückstellungen sinkt die Vorsteuerrendite für das abgelaufene Geschäftsjahr auf 24,7 Prozent und liegt damit hauchdünn unter den von Konzernchef Josef Ackermann anvisierten 25 Prozent. Die Bank selbst rundet die Rendite in ihrer Pressemitteilung jedoch auf 25 Prozent auf. Vor der Korrektur lag die Rendite bei 25,7 Prozent.

Gestern wurde zudem bekannt, dass die Deutsche Bank künftig zumindest pauschal die Gehälter des erweiterten Konzernvorstands bekannt geben muss, der intern unter „Group Executive Committee“ (GEC) firmiert. Dies ergibt sich aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt. Geklagt hatte der Würzburger Aktienrechtler Ekkehard Wenger. Bisher hat die Bank nur die Bezüge der vier Mitglieder des eigentlichen Vorstands veröffentlicht. Im erweiterten Vorstand sitzen auch die Investmentbanker, deren Bereich einen Großteil zum Gewinn der Bank beisteuert. 2003 erhielten die sieben GEC-Mitglieder, die nicht gleichzeitig im Vorstand sitzen, knapp 35 Mill. Euro. Hinzu kamen Aktienrechte von 55,1 Mill. Euro.

Die Börse zeigte sich von den Wirrungen um die Deutsche Bank unbeeindruckt. Mit einem Kursgewinn von 1,2 Prozent auf 90,50 Euro gehörten die Aktien der Bank am Donnerstagnachmittag zu den größten Gewinnern im Dax.

Analysten hakten die Rückstellungen als Einmaleffekt ab, der mit dem operativen Geschäft nichts zu tun habe und die künftige Gewinnentwicklung nicht belasten werde. Außerdem bleibt die angekündigte Dividendenerhöhung um 80 Cent auf 2,50 Euro für 2005 von der Entwicklung unberührt.

Auch in einem zweiten Punkt musste die Bank gestern ihre Bücher korrigieren. Der Nettogewinn im Privatkundengeschäft fällt jetzt um 5 Mill. Euro niedriger aus als zunächst ausgewiesen. Bei einem Spartengewinn von immer noch etwas über 1 Mrd. Euro vor Steuern fällt diese Korrektur aber kaum ins Gewicht.

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