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14.01.2010

06:59 Uhr

Weitere Ermittlungen

Neue Beschuldigte in BayernLB-Affäre

VonAxel Höpner, Stefan Menzel , Sonia Shinde

Im BayernLB-Skandal ermittelt die Münchener Staatsanwaltschaft jetzt gegen weitere hochrangige Ex-Manager. Unter den Beschuldigten sei auch der Vermögensverwalter und frühere Chef der Hypo Group Alpe Adria, Tilo Berlin, hieß es am Mittwoch im Umfeld der betroffenen Ex-Manager.

Die Staatsanwaltschaft weitet die Ermittlungen im Fall BayernLB aus. dpa

Die Staatsanwaltschaft weitet die Ermittlungen im Fall BayernLB aus.

MÜNCHEN/WIEN/FRANKFURT. Zudem stünden weitere ehemalige Mitarbeiter der BayernLB unter Verdacht. Die Staatsanwaltschaft bestätigte eine Ausweitung der Ermittlungen, ohne Namen zu nennen.

Bisher hatte die Behörde lediglich gegen den Ex-BayernLB-Chef Werner Schmidt ermittelt. Es besteht der Verdacht, dass die BayernLB beim Kauf der Mehrheit der HGAA einen zu hohen Kaufpreis bezahlt haben könnte. Die Landesbank hatte unter der Führung Schmidts 1,6 Mrd. Euro für das Kärntner Institut gezahlt. Ein Teil des Geldes floss an eine Investorengruppe um Tilo Berlin, die zuvor bei der HGAA eingestiegen war. Das gescheiterte Österreich-Abenteuer hat die BayernLB rund 3,7 Mrd. Euro gekostet. Zum Zeitpunkt der Übernahme war Michael Kemmer BayernLB-Finanzvorstand. Der Nachfolger von Schmidt musste im Zuge des Debakels als Chef der Landesbank seinen Hut nehmen. In Finanzkreisen wurde spekuliert, dass sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen frühere BayernLB-Vorstandsmitglieder richten. Die Behörde teilte lediglich mit, dass keine aktiven oder ehemaligen Verwaltungsräte betroffen seien. In dem Kontrollgremium saßen hochrangige CSU-Politiker.

Tilo Berlin war voram Mittwoch von der Staatsanwaltschaft länger vernommen worden. Bei den Ermittlungen gegen ihn soll es um den Verdacht der Beihilfe zur Untreue gehen, war in Finanzkreisen zu hören. Berlins Büro in Klagenfurt teilte dazu mit, dass er sich immer gesetzeskonform verhalten habe und die Arbeit der Behörden unterstütze.

Bei ihren Ermittlungen ist die Münchener Staatsanwaltschaft auch an Unterlagen aus Österreich interessiert. Die HGAA hat allerdings Einspruch eingelegt gegen die Herausgabe an die Staatsanwaltschaft Klagenfurt. „Die Unterlagen dürfen nicht herausgegeben werden, sie unterliegen dem Bankgeheimnis“, hieß es dazu in Finanzkreisen. Auch das österreichische Finanzministerium bestätigte, dass sich der Vorstand einer Bank strafbar machen könne, wenn er Kundenunterlagen ungeprüft ins Ausland weitergebe.

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