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02.02.2011

06:30 Uhr

Welches Geschäftsmodell?

Landesbanken unter Druck

VonFrank Matthias Drost

In der Finanzmarktkrise strauchelten gleich vier große Landesbanken. Experten zufolge war das kein Zufall. Denn die Geldhäuser setzten zunehmend auf riskante Finanzgeschäfte. Doch wenn sich die Landesbanken nun wieder auf ihre Kernmärkte konzentrieren, könnten die Margen schrumpfen.

WestLB-Hauptsitz in Düsseldorf: Die Finanzkrise hat nicht nur die NRW-Landesbank durchgerüttelt. Quelle: dpa

WestLB-Hauptsitz in Düsseldorf: Die Finanzkrise hat nicht nur die NRW-Landesbank durchgerüttelt.

BERLIN. Bei den meisten Landesbanken stehen auch in diesem Jahr die bilanziellen Aufräumarbeiten im Vordergrund. Zwar dürften sich die Betriebsergebnisse tendenziell verbessern, doch von einem nachhaltigen Gewinntrend kann noch keine Rede sein. Bis auf die WestLB scheint zudem derzeit keine Bank an einer Konsolidierung unter den Landesbanken interessiert zu sein.

"Mit Blick auf die konjunkturelle Lage erwarten wir bei den meisten Landesbanken eine weitere Erholung der Risikovorsorge", so Christian van Beek, Bankenanalyst bei der Ratingagentur Fitch. Diese Erholung werde jedoch von den Volatilitäten in der Bewertung festverzinslicher Wertpapiere - insbesondere aus den Euro-Peripheriestaaten - begleitet. Daher würden geringere Risikokosten nicht automatisch den Gewinn steigern.

In der Finanzmarktkrise strauchelten mit der WestLB, der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), der BayernLB und der HSH Nordbank gleich vier große Landesbanken. Nur mit milliardenschweren Finanzspritzen der Bundesländer als Eigentümer und staatlichen Garantien für Emissionen konnten diese Institute über Wasser gehalten werden. Ohne große Schrammen kamen die Landesbank Hessen-Thüringen, die NordLB und die Landesbank Berlin aus der Finanzmarktkrise.

Experten debattieren über passende Geschäftsmodelle

Nach Einschätzung des Vorstandssprechers der Hypovereinsbank (HVB), Theodor Weimer, war es kein Zufall, dass relativ viele Landesbanken große Probleme bekamen. Zwar räumte auch der Chef der deutschen Unicredit-Tochter Geschäfte mit Kreditderivaten ein, doch 2007 habe man sich davon getrennt. "Wir haben uns dann wieder stärker um unsere 40 Millionen Kunden in Europa gekümmert", sagte Weimer auf einer Podiumsdiskussion. Aber was passiere mit den Banken, die mangels Kunden nicht aus diesem Geschäft aussteigen können, fragte der HVB-Chef rhetorisch mit Blick auf die Landesbanken.

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