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12.04.2013

16:10 Uhr

Wells Fargo

Westküsten-Express jagt die Wall-Street-Giganten

Mit Westküsten-Flair statt Wall-Street-Hektik fährt Wells Fargo exzellent. Im Auftaktquartal erzielt die Bank aus San Francisco den höchsten Gewinn der Firmengeschichte – und deklassiert zunehmend die Konkurrenz.

Filiale der Wells Fargo in San Francisco: Die Westküsten-Bank schlägt Wall-Street-Größen. dapd

Filiale der Wells Fargo in San Francisco: Die Westküsten-Bank schlägt Wall-Street-Größen.

San FranciscoDie viertgrößte US-Bank Wells Fargo hat im ersten Vierteljahr 2013 den höchsten Quartalsgewinn in ihrer Unternehmensgeschichte eingefahren. Der Nettogewinn stieg dank guter Geschäfte mit Hypotheken und Einlagen um 22 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar, wie das Finanzinstitut am Freitag mitteilte. Abzüglich Dividendenzahlungen lag der Überschuss bei etwa 4,9 Milliarden Dollar. Es ist das 13. Quartal in Folge, in dem die Bank ihren Gewinn je Aktie erhöhen konnte.

Zu Jahresbeginn zahlte sich auch der vor einiger Zeit eingeschlagene Sparkurs aus. Die Einnahmen gingen leicht zurück auf 21,3 Milliarden Dollar nach 21,9 Milliarden Dollar im Vorquartal. Die Wells-Fargo-Aktie gab vorbörslich 1,1 Prozent nach.

Gehälter der Wall-Street-Größen

John Stumpf

Streng genommen ist John Stumpf kein Wall-Street-Banker. Doch mit einer Jahresvergütung von 19,3 Millionen Dollar hat Wells Fargo mit Hauptsitz an der Westküste der USA ihren Chef an die Spitze der Finanzindustrie katapultiert. Während Branchengrößen wie JP-Morgan-Chef Jamie Dimon Einbußen hinnehmen mussten, stieg das Einkommen von Stumpf 2012 um acht Prozent. Nach Rekordgewinnen im vergangenen Jahr stockte Wells Fargo Stumpfs Grundgehalt von 2,8 Millionen Dollar mit einem Bonus von vier Millionen Dollar und Aktien im Wert von 12,5 Millionen Dollar auf.

Brian Moynihan

Der Chef der Bank of America hat im Jahr 2012 stolze 12,1 Millionen Dollar verdient. Damit rückt er in die Liga der bestbezahlten Manager der US-Bankenwelt ein. Die Vergütung von Brian Moynihan stieg gegenüber dem Vorjahr um 73 Prozent. Doch die Spitzenverdiener, Loyd Blankfein von Goldman Sachs und John Stumpf von Wells Fargo, überholt er nicht überholen.

James Gorman

Morgan-Stanley-Chef James Gorman verdiente 2012 mit 9,75 Millionen Dollar sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

Jamie Dimon

Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, nimmt eine Halbierung seines Bonus für 2012 hin. Er kassiert 11,5 Millionen Dollar. Das Institut wurde von einem Händlerskandal erschüttert. Ein Mitarbeiter mit dem Spitznamen „Londoner Wal“ hatte mehr als sechs Milliarden Dollar verzockt.

Michael Corbat

Der neue Citigroup-Vorstandschef Michael Corbat streicht für 2012 ein sattes Gehalt von 11,5 Millionen US-Dollar ein. Corbat übernahm den Spitzenposten erst im Oktober vergangenen Jahres und stellte die Weichen für den Abbau von 11.000 Stellen.

Wells Fargo hatte 2008 in der Finanzkrise den Rivalen Wachovia übernommen und war damit zum größten Kreditgeber für Wohnimmobilien in den USA aufgestiegen. Zudem verfügt sie über das größte Filialnetz in den USA – noch vor JP Morgan Chase.

Zuvor hatte bereits JP Morgan Einblick ins erste Quartal gegeben und ebenfalls einen Rekordgewinn verkündet. Damit haben die US-Banken zum Jahresbeginn stark aufgetrumpft. Die Deutsche Bank legt ihre Zahlen am 30. April vor.

Die Kalifornier betreiben vor allem klassisches Spar- und Kreditgeschäft. Was fehlt, ist ein breites Investment-Banking wie bei der Konkurrenz von der Wall Street. Wells Fargo ist deshalb für Turbulenzen auf dem Kapitalmarkt weniger anfällig. Ein positiver Nebeneffekt: Die Bank hat kaum mit Skandalen zu kämpfen.

Im vergangenen Jahr hatte Wells Fargo bereits das beste Ergebnis der nunmehr 162-jährigen Firmengeschichte eingefahren mit einem Gewinn von 18,9 Milliarden Dollar. Zu den Hauptaktionären zählt US-Starinvestor Warren Buffett.

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